Nubert nuControl X-2 Test

Plattenspieler, Fernseher, Streamer, Kopfhörer und vielleicht noch ein Subwoofer: In einer modernen HiFi-Anlage kommen schnell einige Quellen und Lautsprecher zusammen. Der Nubert nuControl X-2 soll sie alle unter ein Dach bringen.

Dafür kombiniert er Vorverstärker, Streamer, D/A-Wandler, Phonostufe, Kopfhörerverstärker und Raumkorrektur in einem Gerät. Im Test durfte der nuControl X-2 gemeinsam mit der passenden Class-AB-Endstufe Nubert nuPower A-2 (Test) und einem Paar Nubert nuVero 10 zeigen, wie gut dieses Konzept aufgeht.

Nubert nuControl X-2 Frontansicht

Design und Verarbeitung

Die erste Überraschung wartet schon vor dem Einschalten. Frühere Verstärker von Nubert sahen eher sachlich aus. Die neue Ambient Line darf dagegen deutlich mehr Präsenz zeigen.

Der nuControl X-2 kombiniert gebürstetes Aluminium mit einer schwarzen Glasfront. Klare Linien ersetzen die Rundungen des Vorgängers. Das wirkt modern, bleibt aber als klassische HiFi-Komponente erkennbar.

Front mit Touchdisplay und Apps

Das sechs Zoll große Touchdisplay nimmt einen guten Teil der Front ein. Daneben sitzt der große Lautstärkeregler. Netzschalter, Kopfhörerbuchsen und ein gut erreichbarer USB-C-Anschluss verteilen sich auf der linken Seite. Mehr braucht es vorne nicht.

Mit 43 Zentimetern Breite passt der nuControl X-2 in ein übliches HiFi-Rack. Seine 8,8 Kilogramm Gewicht lassen sich noch gut handhaben, vermitteln aber bereits beim Aufstellen einen soliden Eindruck. Oberflächen, Spaltmaße und Bedienelemente passen zum Preis. Zusammen mit dem gleich großen nuPower A-2 entsteht ein stimmiges Duo.

Anschlüsse: Alles vorhanden?

Spätestens bei der Verkabelung zeigt sich, wie ernst Nubert den Anspruch als HiFi-Zentrale nimmt. Plattenspieler, CD-Player, Computer und weitere analoge Quellen finden gleichzeitig Anschluss. Dafür stehen drei Cinch- und zwei symmetrische XLR-Eingänge sowie eine Phonostufe für MM- und MC-Tonabnehmer bereit.

Auch digital herrscht kein Mangel. Je zwei optische und koaxiale Eingänge, AES/EBU und USB-B decken praktisch alle üblichen Zuspieler ab. Der eingebaute ESS-Sabre-ES9038PRO-DAC verarbeitet PCM-Signale mit einer Auflösung bis zu 32 Bit und 768 kHz sowie DSD512. Eigene Musik lässt sich außerdem von USB-Speichern abspielen. Dafür gibt es hinten USB-A und vorne den leichter erreichbaren USB-C-Anschluss.

Rückseite mit Anschlüssen

Endstufen oder Aktivlautsprecher verbindet der nuControl X-2 per XLR oder Cinch. Zwei separate Ausgänge kümmern sich um Subwoofer. Hinzu kommen Aufnahme- und Digitalausgänge sowie zwei Trigger-Anschlüsse. Letztere schalten passende Endstufen gemeinsam mit der Vorstufe ein.

Alles vorhanden also? Nicht ganz. Ein nativer HDMI-eARC-Anschluss fehlt. Fernsehton gelangt stattdessen über einen optischen Eingang zum Nubert-Verstärker. Alternativ bietet der Hersteller einen HDMI-ARC-Adapter an. Das funktioniert, eine fest eingebaute Buchse wäre allerdings die elegantere Lösung.

Streaming & Nubert X-Connect

Ein separater Netzwerkplayer ist nicht nötig. Sobald der nuControl X-2 per LAN oder WLAN im Heimnetz hängt, greift er auf Qobuz, Deezer und Tidal zu. Spotify Connect, AirPlay 2, Roon, Internetradio sowie Musik von DLNA- und UPnP-Servern sind ebenfalls dabei.

Für die schnelle Wiedergabe vom Smartphone gibt es Bluetooth mit AAC, aptX HD und aptX Low Latency. Über Nuberts eigenen Funkstandard X-Connect steuert die Vorstufe außerdem kompatible Aktivlautsprecher und Subwoofer drahtlos an – z.B. die Wandlautsprecher Nubert nuZeo 6 (Test) oder den Subwoofer Nubert nuZeo 8w (Test).

Raumkorrektur mit X-Room Calibration Advanced

Sind alle Geräte angeschlossen, beginnt der spannende Teil. Der nuControl X-2 beschränkt sich nicht darauf, Musik weiterzureichen. Er kann den Klang gezielt an Lautsprecher, Raum und Hörgewohnheiten anpassen.

Für schnelle Änderungen gibt es die Nubert Klangwaage. Sie stimmt die Wiedergabe mit wenigen Handgriffen wärmer oder heller ab. Das wirkt meist natürlicher als eine starke Anhebung einzelner Frequenzbereiche. Beim leisen Hören hilft außerdem die dynamische Loudness, die Bässe und Höhen passend zur Lautstärke ergänzt.

Wer genauer eingreifen möchte, bekommt einen vollparametrischen 7-Band-Equalizer. Damit lassen sich einzelne Problemfrequenzen gezielt bearbeiten. Das ist etwa dann hilfreich, wenn der Bass nur bei bestimmten Tönen dröhnt.

DSP- und Equalizer-Menü

Noch einfacher geht es mit X-Room Calibration Advanced. Die automatische Raumkorrektur misst beide Lautsprecher getrennt und konzentriert sich auf den besonders kritischen Bereich bis 300 Hertz. Mit einem iPhone oder iPad reicht dafür das eingebaute Mikrofon. Android-Geräte benötigen das optionale XRC Android Interface (Test).

Im Hörraum nahm die Korrektur übertriebenen Bassspitzen ihren Schrecken. Tiefe Töne wirkten danach sauberer und ließen sich leichter voneinander unterscheiden. Dabei ging kein Fundament verloren. Der Bass klang nicht kleiner, sondern besser sortiert.

Auch die Einbindung von Subwoofern gelang im Test ungewöhnlich genau. Filter, Equalizer und Laufzeitkorrektur stehen getrennt für Hauptlautsprecher und Sub bereit. Das verlangt etwas Geduld, belohnt die Arbeit aber mit einem Übergang, bei dem der Subwoofer nicht ständig als eigene Schallquelle auffällt.

Bedienung des nuControl X-2

Trotz der vielen Möglichkeiten bleibt der nuControl X-2 im Alltag gut beherrschbar. Die Bedienung gelingt direkt am Gerät, über die Aluminium-Fernbedienung oder mit der Nubert Control X App.

Das Touchdisplay reagiert schnell und zeigt Cover, Quellen und Wiedergabeinformationen übersichtlich an. Selbst Musik lässt sich direkt am Gerät auswählen. Das Smartphone kann also in der Tasche bleiben.

Fernbedienung des Nubert nuControl X-2

Die Grundeinstellungen sind schnell gefunden. Bei Equalizer, Frequenzweichen und Bassmanagement wird es naturgemäß anspruchsvoller. Hier bietet die App mehr Übersicht als das Display. Drei Presets speichern unterschiedliche Abstimmungen, etwa für Musik, Fernsehton und leises Hören.

Etwas altmodisch wirkt lediglich die Verwaltung der Musikwiedergabe. Warteschlangen und Sortierung bieten wenig Spielraum. Bei Streaming-Diensten wie Spotify Connect, Tidal Connect oder Roon fällt das allerdings kaum ins Gewicht, weil die Auswahl ohnehin in der jeweiligen App erfolgt.

Hörtest

Im Hörtest spielte der nuControl X-2 zusammen mit dem nuPower A-2 und einem Paar Nubert nuVero 10. Schon nach den ersten Titeln wurde klar: Die Kombination möchte nicht mit aufgeblähtem Bass oder extra scharfen Details beeindrucken.

Stattdessen klingt sie klar, ausgewogen und kontrolliert. Stimmen stehen stabil in der Mitte. Instrumente und Effekte verteilen sich sauber im Raum, ohne dass die Musik in Einzelteile zerfällt.

Nubert nuControl X-2 zusammen mit nuPower A-2

Musik

Bei Billie Eilishs „CHIHIRO“, abgespielt über Vinyl, reicht der elektronische Bass tief hinab und baut ordentlich Druck auf. Trotzdem schiebt er sich nicht vor den Gesang oder die vielen kleinen Effekte im Hintergrund. Billie Eilishs Stimme steht fest im Zentrum, während Synthesizer und Hall weit über die Lautsprecher hinausreichen.

„Cry For Me“ von The Weeknd ist deutlich dichter produziert. Auch hier behält die Nubert-Kombination bei höherer Lautstärke die Übersicht. Bass, Stimme und elektronische Flächen bleiben gut voneinander unterscheidbar. Der nuControl X-2 holt viele Details aus der Aufnahme, ohne die ohnehin präsente Produktion zusätzlich zu verschärfen.

Mit Hans Zimmers „A Time of Quiet Between the Storms“ aus dem Soundtrack zu „Dune: Part Two“ wächst die Bühne noch einmal. Leise Passagen reichen weit in die Tiefe. Setzt das Orchester ein, legt die Kombination mühelos an Größe und Lautstärke zu. Der Wechsel von feinen Texturen zu wuchtigen Einsätzen gelingt schnell und ohne hörbare Unruhe.

Filmton

Bei Filmen zahlt sich die kontrollierte Abstimmung ebenfalls aus. In der Sandwurm-Szene aus „Dune: Part Two“ besitzen die tiefen Effekte spürbares Gewicht, ohne schwammig zu wirken. Musik, Wind und das Dröhnen des Sandwurms bleiben klar unterscheidbar. Gleichzeitig sind die Dialoge gut verständlich.

Noch direkter geht es im Finale von „Civil War“ zur Sache. Schüsse setzen hart und präzise ein, während Stimmen und Bewegungen im Raum nachvollziehbar bleiben. Trotz der abrupten Lautstärkesprünge wirkt das Geschehen nicht chaotisch. Die Kombination spielt dynamisch, aber nie unangenehm scharf.

Der nuControl X-2 hält sich mit einer eigenen Klangfarbe zurück. Er bringt Ordnung und Transparenz ins Signal, ohne Musik oder Filme unter ein Vergrößerungsglas zu legen. Für den kräftigen Auftritt sorgt der nuPower A-2. Die Vorstufe liefert ihm dafür ein sauberes und tonal ausgewogenes Fundament.

Kopfhörer

Für Kopfhörer sitzen an der Front ein unsymmetrischer 6,35-Millimeter-Anschluss und eine symmetrische 4,4-Millimeter-Buchse. Beide werden von Kopfhörerverstärkern von Texas Instruments versorgt. Im Test klang der nuControl X-2 ausgewogen und trieb gängige HiFi-Kopfhörer problemlos an. Bei besonders leistungshungrigen Magnetostaten werden die Reserven allerdings knapp. Hier lohnt sich weiterhin ein separater Kopfhörerverstärker.

Kopfhörer-Settings

Praktisch: Der Kopfhörerausgang lässt sich separat aktivieren. Auf Wunsch schaltet der nuControl X-2 außerdem seine Vorverstärkerausgänge stumm, sobald ein Kopfhörer eingesteckt wird. Eine getrennte Lautstärkespeicherung für Kopfhörer und Lautsprecher fehlt jedoch. Vor dem Herausziehen sollte man den Pegel daher reduzieren, da die Pre-Outs sonst mit der aktuellen Lautstärke wieder aktiv werden können. Alternativ überträgt der nuControl X-2 den Ton kabellos an Bluetooth-Kopfhörer.

Fazit

Der Nubert nuControl X-2 ist kein Vorverstärker für Puristen. Dafür bietet er zu viele Anschlüsse, Streamingdienste und Möglichkeiten zur Klangkorrektur. Genau darin liegt aber seine Stärke.

Er bringt Plattenspieler, digitale Quellen, Streaming, Kopfhörer, Endstufen, Aktivlautsprecher und Subwoofer unter eine gemeinsame Oberfläche. X-Room Calibration Advanced, der parametrische Equalizer und das genaue Bassmanagement räumen zudem Probleme aus dem Weg, die sich sonst als Dröhnen oder unpräziser Bass bemerkbar machen.

Klanglich gibt sich der nuControl X-2 zusammen mit dem nuPower A-2 klar, räumlich und wohltuend neutral. Wer eine komplette HiFi-Zentrale mit wirksamer Raumkorrektur sucht, bekommt hier eines der vielseitigsten Geräte seiner Klasse.

PreAmp Nubert nuControl X-2

Vorteile

  • neutraler und natürlicher Klang
  • sehr viele Anschlussmöglichkeiten
  • umfangreiche Streaming-Ausstattung
  • wirksame Raumkorrektur
  • vollparametrischer 7-Band-Equalizer
  • hochwertige Verarbeitung

Nachteile

  • kein nativer HDMI-eARC-Anschluss
  • begrenzte Leistungsreserven für anspruchsvolle Kopfhörer
  • rudimentäre Wiedergabewarteschlange

Preis und Verfügbarkeit

  • Nubert nuControl X-2 Preis: 4.490 Euro
  • Farbe: Schwarz/Silber
  • Weitere Informationen: Nubert

Nubert nuControl X-2 Bewertung

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung10
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang9.5
Preis / Leistung9.5