Nubert nuZeo 6 Test
Die Nubert nuZeo 6 bricht mit Konventionen: Weder klassische Kompaktbox noch typischer Center-Speaker, bietet sie vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Ursprünglich als Center-Modell (nuZeo 6c) entwickelt, funktioniert sie auch hochkant – etwa als Stereo-Paar oder Rear-Lautsprecher im Surround-Setup. Filzfüße auf der Rückseite sorgen für sicheren Stand, auch ohne Halterung.
Das Gehäuse besticht durch elegante Rundungen und eine Front in mehrschichtigem Pianolack. Die Verarbeitung ist makellos, das Design wohnraumfreundlich, aber mit technischer Note. Besonders hervorzuheben: Die nuZeo 6 ist für die Wandmontage optimiert. Mit passender Halterung lässt sie sich flach an der Wand befestigen und liefert trotz wandnaher Positionierung präzisen Bass.
Aktive Wandlautsprecher
Im Inneren arbeitet ein aktives 2-Wege-System mit hochwertigen Komponenten: Zwei 15-cm-Woofer mit doppellagigen Carbonfaser-Membranen übernehmen Bass und Mitten. Zwischen ihnen sitzt ein 26-mm-Hochtöner aus Tetoron-Kunstseide, geschützt durch ein akustisch transparentes Metallgitter. Die Trennfrequenz liegt bei tiefen 1,75 kHz, was eine gleichmäßige Abstrahlung auch außerhalb des Sweet Spots ermöglicht.
Jeder Lautsprecher verfügt über einen eigenen Verstärker mit bis zu 200 W RMS-Leistung. Die Signalverarbeitung erfolgt vollständig digital. Eine digitale Frequenzweiche, ein 5-Band-EQ, Loudness-Schaltung und Hochpassfilter lassen sich per App steuern. Die integrierte Raumeinmessung X-Room Calibration (Test) korrigiert den Bassbereich bis 160 Hz – wahlweise mit dem Smartphone-Mikrofon (iOS nativ, Android mit Zubehör).
Anschlüsse gibt es reichlich: Cinch, XLR (analog oder AES/EBU), zwei Koax-Eingänge und einen digitalen Ausgang für den zweiten Lautsprecher. Alternativ verbindet sich das Paar kabellos über Nuberts X-Connect-Protokoll.
Praxis: Anschluss und Bedienung
Ein typisches Setup: Der Zuspieler – etwa ein CD-Player oder Netzwerkstreamer – wird per Kabel mit einem nuZeo 6 verbunden, der als Master fungiert. Der zweite Lautsprecher wird per Kabel oder kabellos (X-Connect) eingebunden. Die Funkverbindung liefert im Stereo-Modus HiRes-Qualität (24 Bit / 192 kHz).
Im Heimkino integriert sich die nuZeo 6 nahtlos in ein X-Connect-Surround-System, etwa mit der Vorstufe Nubert nuXinema preAV (Test). Für TV-Ton lässt sich der Fernseher über einen digitalen Koax-Ausgang anschließen oder per HDMI-Adapter auf Koax umsetzen. HDMI- und TOSLink-Eingänge fehlen jedoch. Eine analoge Verbindung über den Kopfhörerausgang des Fernsehers ist möglich, klanglich aber nicht ideal.
Die Steuerung erfolgt über den Drehknopf auf der Rückseite oder per App. Mit der Nubert App lassen sich Quellen wählen, Lautstärke regeln, Klang anpassen, Presets speichern und die Einmessung durchführen. Eine klassische Fernbedienung gibt es nicht – die Steuerung setzt auf das Smartphone.
Hörtest Musik
Im Stereo-Set, ergänzt durch den Subwoofer Nubert nuZeo 8w (Test), zeigt die nuZeo 6 ihr Können.
Lana Del Reys „A&W“ beginnt leise und atmosphärisch. Die nuZeo 6 fängt die Szenerie mit beeindruckender Tiefe und Detailtreue ein. In der zweiten Songhälfte, wenn der Beat einsetzt, überzeugt sie mit Dynamik, Präzision und klarem Timing. Der Subwoofer ergänzt das Fundament dezent, ohne zu dominieren.
Fred again.. mit „Delilah (pull me out of this)“ fordert die Lautsprecher mit komplexen Klangebenen. Die nuZeo 6 bleibt souverän: Das Vocal-Sample steht zentriert, Synth-Flächen schweben im Raum. Bei moderatem Pegel wirkt der Klang offen und luftig, bei höheren Lautstärken druckvoll und kontrolliert.
Billie Eilishs „Oxytocin“ testet Präzision und Punch. Die flirrenden Sounds und der tiefe Puls treiben voran. Die nuZeo 6 bleibt strukturiert, trocken im Bass und präsent in den Höhen – genau das, was der Song verlangt. Der Subwoofer musste hier leicht zurückgeregelt werden, um die Balance zu wahren.
Hörtest Film
In „Blade Runner 2049“ beeindruckt die nuZeo 6 mit Tiefe und Klarheit. Die Synthesizer im Ödland-Soundtrack bauen Spannung auf, während Dialoge glasklar bleiben. Feinheiten wie das Knistern von Staub und das Surren der Drohnen kommen präzise zur Geltung – eine Seltenheit in dieser Klasse.
In „The Batman“ überzeugt die Regen-Szene: Tropfen prasseln, Motorengeräusche mischen sich mit dem düsteren Score. Die Ortung ist präzise, der Hall realistisch. Selbst bei Wandmontage bleibt die Bühne weit, nur der Bass nimmt leicht zu – per App einfach korrigierbar.
Gänsehaut erzeugt „1917“ in der Szene, in der der Protagonist unter Beschuss die Frontlinie überquert. Explosionen krachen, Schreie hallen, Mündungsfeuer zischt – alles bleibt transparent und präsent, ohne analytisch zu wirken. Die nuZeo 6 meistert auch solche Szenen souverän, ohne Dröhnen oder Kompression.
Fazit
Ob Pop, Elektronik oder Heimkino: Die Nubert nuZeo 6 liefert auf den Punkt. Wer ein stilvolles, leistungsstarkes Lautsprecherpaar für Musik, Film und TV sucht – freistehend, an der Wand oder als Center – findet hier einen echten Allrounder mit audiophilem Anspruch.
Vorteile
- Exzellente Verarbeitung und modernes Design
- Kraftvoller, detailreicher Klang mit weiter Bühne
- Flexible Aufstellungsmöglichkeiten
- Kabelloses Streaming und App-Steuerung auf Top-Niveau
Nachteile
- Kein HDMI- oder TOSLink-Eingang
- Raumkorrektur für Android nur mit Zusatzmikro nutzbar
Preis
- Nubert nuZeo 6 Preis: 1.100 Euro (Stück)
- Varianten: Pianolas Schwarz oder Weiß
- Weitere Informationen: Hersteller