Nubert nuPower A-2 Test

Endstufen gehören selten zu den großen Entertainern einer HiFi-Anlage. Sie streamen keine Musik, haben keine App und korrigieren auch nicht den Hörraum. Ihr Job klingt denkbar einfach: das Signal der Vorstufe verstärken und die Lautsprecher antreiben.

Die Nubert nuPower A-2 nimmt diese Aufgabe ziemlich ernst. Mit bis zu 400 Watt pro Kanal soll sie selbst anspruchsvolle Boxen im Griff behalten. Im Test auf Modernhifi durfte die Class-AB-Endstufe gemeinsam mit dem Nubert nuControl X-2 (Test) zeigen, was hinter den großen Zahlen steckt.

Nubert nuPower A-2 Frontansicht

Design: So schick kann Nubert

Die nuPower A-2 gehört zur Ambient Line und sieht deutlich wohnlicher aus als viele klassische Kraftpakete. Eine schwarze Glasfront trifft auf gebürstetes Aluminium. Zwei beleuchtete Zeigerinstrumente zeigen die abgegebene Leistung an und bringen etwas Bewegung ins ansonsten ruhige Design.

Die Beleuchtung lässt sich dimmen oder vollständig abschalten. Schade wäre das allerdings, denn die zuckenden Zeiger passen ausgesprochen gut zum Auftritt der Endstufe.

Mit 43 Zentimetern Breite besitzt die nuPower A-2 das klassische HiFi-Format. Sie ist 12,5 cm hoch, 36,5 cm tief und bringt 14,3 kg auf die Waage. Damit lässt sie sich noch gut aufstellen, verlangt aber nach einem stabilen Rack. Verarbeitung und Materialwahl passen zum Preis. Zusammen mit dem gleich großen nuControl X-2 wirkt die Anlage wie aus einem Guss.

Unter der Haube gibt’s Leistung satt

Im Inneren arbeitet ein vollständig diskreter Class-AB-Verstärker mit stromstabilen MOSFET-Transistoren. Die Energie liefert ein Schaltnetzteil mit bis zu 3.000 Watt Leistung. Das klingt zunächst nach technischem Imponiergehabe, sorgt in der Praxis aber für reichlich Reserven.

An 8 Ohm Widerstand liefert die nuPower A-2 dauerhaft 220 Watt Leistung pro Kanal. An 4 Ohm sind es sogar 400 Watt. Kurzzeitig stehen dort bis zu 500 Watt je Kanal bereit. Damit bringt die Nubert-Endstufe nicht nur hohe Lautstärken zustande. Wichtiger ist, dass sie auch bei kräftigen Bassimpulsen oder großen Dynamiksprüngen nicht vorschnell an ihre Grenzen gerät.

Wer noch mehr Leistung benötigt, kann die nuPower A-2 in den Monobetrieb schalten. Dann stehen 1.200 Watt Dauerleistung an 4 Ohm bereit, kurzzeitig sind es sogar 1.500 Watt. Für eine Stereoanlage werden in diesem Fall allerdings zwei Endstufen benötigt. Das dürfte nur für sehr leistungshungrige Lautsprecher oder außergewöhnlich große Hörräume interessant sein.

Innenansicht der nuPower A-2

Ganz ohne Nebenwirkungen kommt die Class-AB-Technik nicht aus. Nubert gibt für den Leerlauf eine Leistungsaufnahme von 60 Watt an. Sparsam ist das nicht. Im Standby sinkt der Verbrauch immerhin auf weniger als 0,5 Watt.

Für die Kühlung sorgen temperaturgesteuerte Lüfter. Das klingt bei einer HiFi-Endstufe zunächst verdächtig, erwies sich im Test aber als unproblematisch. Selbst bei längeren und lauteren Hörsessions drängten sich die Lüfter nie in den Vordergrund.

Anschlüsse und Bedienung der nuPower A-2

Das Signal erreicht die Nubert nuPower A-2 wahlweise über Cinch oder symmetrische XLR-Kabel. Ein kleiner Schalter auf der Rückseite legt fest, ob die Endstufe im Stereo- oder Monobetrieb arbeitet. Zusätzlich lässt sich die Verstärkung auf 23 oder 29 Dezibel einstellen. Die niedrigere Stufe passt zu den meisten modernen Vorstufen. Liefert der PreAmp nur eine geringe Ausgangsspannung, stehen alternativ 29 Dezibel bereit.

Für Lautsprecher stehen zwei getrennt schaltbare Ausgangspaare bereit. Damit lassen sich zwei Boxenpaare betreiben oder Lautsprecher per Bi-Wiring anschließen. Ein 12-Volt-Trigger schaltet die Endstufe gemeinsam mit einer passenden Vorstufe wie dem nuControl X-2 ein und aus.

Rückseite mit XLR-, Cinch- und Lautsprecheranschlüssen

Auf der Vorderseite wählt der große Drehregler den Eingang sowie die Lautsprecherausgänge A, B oder A+B. Ein Druck auf die danebenliegende Taste bestätigt die Auswahl. Das ist anfangs nicht ganz selbsterklärend, nach kurzer Eingewöhnung aber kein Problem. Im normalen Betrieb muss man ohnehin nur selten etwas ändern.

LEDs informieren über Clipping und die Schutzschaltung. Bei Überhitzung, Kurzschluss oder Gleichspannung am Ausgang trennt die Elektronik die Lautsprecher automatisch ab.

Hörtest

Im Hörtest spielte die nuPower A-2 zusammen mit dem nuControl X-2 und einem Paar Nubert nuVero 10. Schon bei moderater Lautstärke fällt auf, wie gelassen die Endstufe arbeitet. Sie versucht nicht, mit einem besonders warmen oder betont brillanten Klang aufzufallen. Stattdessen hält sie sich zurück und überlässt der Musik die Bühne.

Bei „The Chain“ von Fleetwood Mac hält sich die nuPower A-2 zunächst angenehm zurück. Stimmen und Instrumente stehen sauber voneinander getrennt im Raum. Setzt im letzten Drittel die bekannte Basslinie ein, zeigt die Endstufe ihre kräftige Seite. Der Tiefton kommt trocken und mit klaren Konturen. Wenn Schlagzeug und Gitarren dazustoßen, wächst das Klangbild mühelos mit, ohne an Übersicht zu verlieren.

„In the Air Tonight“ von Phil Collins lebt von seinem langsamen Aufbau und dem berühmten Schlagzeugeinsatz. Die ruhigen Passagen wirken weit und atmosphärisch, kleine Effekte bleiben gut nachvollziehbar. Beim Drum-Break setzt die nuPower A-2 die Schläge hart und unmittelbar in den Raum. Auch danach behält sie die Kontrolle und lässt das Stück kraftvoll, aber nicht unnötig aufgeblasen klingen.

nuPower A-2 zusammen mit nuControl X-2 und nuVero 10

Auch bei Filmton machen sich die Leistungsreserven bemerkbar. In der finalen Tiefflugsequenz aus „Top Gun: Maverick“ besitzen die Triebwerke ordentlich Druck, ohne den übrigen Ton zu überrollen. Funksprüche bleiben verständlich, während Musik und Effekte die Bühne weit aufziehen. Bei Explosionen und abrupten Flugmanövern reagiert die nuPower A-2 unmittelbar. Selbst bei hoher Lautstärke bleibt das Geschehen sauber und kontrolliert.

Genau darin liegt die größte Stärke der Endstufe: Sie kann sehr laut, muss es aber nicht ständig beweisen. Schon bei normalen Pegeln profitieren Musik und Filme von der souveränen Kontrolle. Der Bass wirkt straff, Stimmen stehen ruhig im Raum und größere Dynamiksprünge bringen die Wiedergabe nicht aus dem Tritt.

Fazit

Die Nubert nuPower A-2 ist ein echtes Kraftpaket, trägt ihre Muskeln aber nicht ständig zur Schau. Sie spielt sauber und kontrolliert, hält den Bass fest im Griff und bleibt selbst dann entspannt, wenn es richtig laut wird.

Zum nuControl X-2 passt sie nicht nur technisch, sondern auch optisch perfekt. Die beleuchteten VU-Meter liefern dabei den Hingucker und zeigen, wann die Endstufe tatsächlich gefordert wird. Kurz gesagt: viel Kraft, schicker Auftritt und genug Reserven für nahezu jede Lebenslage.

Nubert nuPower A-2 Review

Vorteile

  • enorme Leistungsreserven
  • kontrollierter und neutraler Klang
  • kräftiger, sauber geführter Bass
  • Cinch- und XLR-Eingänge
  • hochwertige Verarbeitung

Nachteile

  • hoher Stromverbrauch im Leerlauf
  • Bedienung an der Front zunächst etwas ungewohnt

Preis und Verfügbarkeit

  • Nubert nuPower A-2 Preis: 3.690 Euro
  • Farbe: Schwarz/Silber
  • Weitere Informationen: Nubert

Nubert nuPower A-2 Bewertung

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung10
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang9.5
Preis / Leistung9.5