Econik Eleven Test

Der Econik Eleven gehört zu einer neuen Generation von Aktivlautsprechern, die klassische HiFi-Komponenten weitgehend überflüssig machen. Statt separatem Verstärker, DAC und Streamer steckt hier nahezu die komplette Audiotechnik direkt im Lautsprecher. Verstärker, digitale Signalverarbeitung und kabellose Audioübertragung arbeiten in einem integrierten System zusammen.

Entwickelt und gefertigt in Deutschland richtet sich der Econik Eleven an Musikliebhaber, die möglichst wenig Geräte im Wohnzimmer haben wollen. Das Konzept erinnert eher an moderne Studiomonitore als an klassische HiFi-Standlautsprecher, dafür deutlich wohnraumfreundlicher gestaltet.

Im Test auf Modernhifi zeigt sich schnell: Der Econik Eleven ist nicht einfach nur ein Aktivlautsprecher, sondern ein vollständiges HiFi-System im Lautsprecherformat.

Econik Eleven Test – aktiver Wireless-Standlautsprecher Made in Germany

Design und Konzept

Optisch verfolgt der Econik Eleven eine bewusst reduzierte Gestaltung. Das Gehäuse ist schlank proportioniert und verzichtet auf auffällige Designspielereien. Gerade Linien, bündig eingelassene Treiber und eine insgesamt ruhige Formensprache sorgen dafür, dass sich der Lautsprecher gut in moderne Wohnräume integriert. Wer es lieber kleiner mag, greift zu den Econik Four (Test).

Mit rund 114 cm Höhe und einer Grundfläche von etwa 30 × 30 cm bleibt der Standlautsprecher trotz seiner umfangreichen Technik vergleichsweise kompakt. Zwei Farbvarianten stehen zur Auswahl: Schwarz oder Weiß in seidenmatter Lackierung. Ein besonderes Detail ist der Designring um den Hochtöner. Dieser kann in verschiedenen Holzoptiken konfiguriert werden und verleiht dem Lautsprecher einen individuellen Akzent.

Gefertigt wird der Lautsprecher vollständig in Deutschland. Econik setzt dabei auf eine modulare Konstruktion, bei der einzelne Komponenten – etwa Treiber oder Elektronikmodule – austauschbar bleiben. Dieses Konzept soll die Lebensdauer verlängern und zukünftige Upgrades ermöglichen.

Econik Eleven Treiber – SEAS-Chassis und optionaler Mundorf AMT

Technik und Ausstattung

Technisch setzt der Econik Eleven auf ein konsequent aktives Lautsprecherkonzept. Das System arbeitet als 3,5-Wege-Standlautsprecher mit insgesamt sieben Treibern.

Im Hochtonbereich stehen zwei Varianten zur Wahl:

  • 25-mm SEAS Excel Kalottenhochtöner
  • 80-mm Mundorf AMT (optional)

Die SEAS-Kalotte sorgt für eine klassische, neutrale Hochtonwiedergabe. Wer noch mehr Detailauflösung und Luftigkeit wünscht, kann sich für den optionalen Air Motion Transformer von Mundorf entscheiden. Diese Bauart ist besonders für ihre schnelle und fein aufgelöste Hochtonwiedergabe bekannt.

Im Mitteltonbereich arbeiten zwei 125-mm-Treiber in D’Appolito-Anordnung. Diese Konfiguration wird gerne im High-End-Bereich eingesetzt, da sie eine besonders stabile Stimmenabbildung ermöglicht und gleichzeitig die vertikale Abstrahlung kontrolliert.

Für den Bassbereich kombiniert Econik insgesamt vier Tieftöner. Zwei davon sitzen auf der Frontseite und übernehmen den oberen Bassbereich. Zwei weitere Langhubtreiber auf der Rückseite erweitern den Tiefbass. Diese ungewöhnliche Konstruktion erlaubt ein erstaunlich tiefes Bassfundament, ohne dass das Gehäuse deutlich größer werden muss. Damit reicht der Frequenzbereich bis hinunter zu eindrucksvollen 19 Hz.

Ein weiterer Vorteil des aktiven Konzepts ist die getrennte Verstärkung der einzelnen Frequenzbereiche. Pro Lautsprecher arbeiten vier Class-D-Endstufen mit jeweils 150 Watt Leistung. Insgesamt stehen damit 600 Watt Verstärkerleistung pro Lautsprecher zur Verfügung.

Da jeder Treiber aktiv angesteuert wird, kann die digitale Frequenzweiche wesentlich präziser arbeiten als bei klassischen passiven Lautsprechern. Econik nutzt hierfür eine DSP-Weiche mit IIR- und FIR-Filtern.

Econik Eleven Rückseite mit Aktivmodul und XLR-Eingang Anschlussfeld am Lautsprecher im Detail

WiSA-Wireless-System

Der Econik Eleven kann sowohl klassisch als auch komplett kabellos betrieben werden. Neben einem symmetrischen XLR-Eingang unterstützt das System den Audiostandard WiSA. Dieser ermöglicht eine verlustfreie Funkübertragung mit bis zu 24 Bit und 96 kHz.

In der Praxis bedeutet das: Die Lautsprecher lassen sich ohne klassische Lautsprecherkabel betreiben. Nur Strom wird benötigt.

Als zentrale Steuereinheit dient der optional erhältliche Stereo Hub. Das kompakte Gerät fungiert als Schnittstelle zwischen Quellen, Streamingdiensten und den Lautsprechern.

Zu den verfügbaren Anschlüssen gehören:

  • HDMI ARC
  • USB-B
  • optische und koaxiale Digitaleingänge
  • Bluetooth
  • analoge Eingänge

Streaming funktioniert über Chromecast, AirPlay oder Spotify Connect. Damit lässt sich das System problemlos in bestehende Streaming-Ökosysteme integrieren.

Ein integriertes Einmesssystem analysiert zudem die Raumakustik und korrigiert störende Resonanzen automatisch. Gerade in normalen Wohnräumen kann das einen deutlichen Einfluss auf die Klangqualität haben.

Econik Stereo Hub

Klang-Presets

Ein besonderes Merkmal des Econik Eleven sind die umfangreichen DSP-Presets. Anders als klassische Equalizer greifen diese Presets deutlich tiefer in die Signalverarbeitung ein.

Statt nur einzelne Frequenzen zu verändern, werden teilweise komplette Parameter der digitalen Frequenzweiche angepasst. Dadurch verändert sich nicht nur der Klangcharakter, sondern teilweise auch das Abstrahlverhalten des Lautsprechers.

Zu den verfügbaren Presets gehören unter anderem:

  • Standard – ausgewogene Abstimmung
  • Brilliant – mehr Hochtondetail
  • Sanft – reduzierte Höhen für helle Räume
  • Wandnah – Bassanpassung bei Aufstellung nahe der Wand
  • Studio / Nahfeld – besonders lineare Abstimmung
  • High SPL – optimiert für hohe Lautstärken
Standfuss

Econik Eleven im Hörtest

Der Lautsprecher spielt kontrolliert, dynamisch und souverän. Besonders beeindruckt das tiefe Bassfundament, das durch die vier Tieftöner und die aktive DSP-Steuerung entsteht. Während viele Standlautsprecher dieser Größenklasse unterhalb von 35 bis 40 Hertz an Energie verlieren, bleibt der Econik im Tiefbassbereich erstaunlich stabil. Im Hörraum klingt das Ergebnis entsprechend körperhaft und druckvoll.

Elektronische Produktionen wie „Ghosts n Stuff“ von deadmau5 zeigen, wie präzise der Lautsprecher im Bass arbeitet. Die Synth-Bässe bauen sich mit spürbarem Druck auf, bleiben dabei aber klar strukturiert. Auch bei hohen Lautstärken wirkt der Bass weder aufgebläht noch schwammig, sondern bleibt präzise und definiert.

Im Mitteltonbereich profitiert der Econik Eleven von seiner D’Appolito-Anordnung. Stimmen stehen stabil in der Bühnenmitte und lösen sich klar von den Lautsprechern. Bei „Flowers“ von Miley Cyrus tritt der Gesang präsent in den Raum, während die Instrumente sauber gestaffelt bleiben. Gitarren, Klavier und elektronische Elemente behalten ihre Position und überlagern sich nicht.

Auch der Hochtonbereich überzeugt mit einer offenen und fein aufgelösten Darstellung. Mit dem Mundorf-AMT wirkt die Wiedergabe besonders luftig und detailreich. Becken und Synthesizer klingen klar strukturiert, ohne aggressiv oder überbetont zu wirken. Dadurch bleibt der Lautsprecher auch bei längeren Hörsessions angenehm und ermüdungsfrei.

Der Econik Eleven baut darüber hinaus eine breite und stabile Bühne auf, in der sich Instrumente präzise orten lassen. In „Uprising“ von Muse verteilt sich das Arrangement sauber zwischen den Lautsprechern. Bass, Schlagzeug und Synthesizer bleiben klar getrennt, während der Gesang stabil im Zentrum steht.

Dynamisch zeigt das aktive Konzept ebenfalls seine Stärken. Die getrennte Verstärkung der Treiber sorgt dafür, dass der Lautsprecher Pegelsprünge direkt umsetzt. Schnelle Transienten gibt er sauber wieder, ohne den Klang zu komprimieren. Selbst bei hohen Lautstärken bleibt das Klangbild stabil und kontrolliert.

Econik Eleven Review

Fazit

Der Econik Eleven zeigt eindrucksvoll, wie weit sich moderne Aktivlautsprecher entwickelt haben. Verstärker, Streaming, Raumkorrektur und Lautsprechertechnik arbeiten hier in einem System zusammen. Besonders überzeugend sind das tiefe Bassfundament, die flexible DSP-Anpassung und das durchdachte Wireless-Konzept. Gleichzeitig bleibt das Design wohnraumfreundlich und zurückhaltend.

Wer ein leistungsstarkes Stereo-System sucht, das ohne klassische Verstärkerkette auskommt, findet im Econik Eleven eine technisch konsequente und klanglich überragende Lösung.

Vorteile

  • vollaktives 3,5-Wege-System mit 600 W Leistung pro Lautsprecher
  • sehr tiefreichender Bass bis 19 Hz
  • WiSA-Wireless-Audioübertragung
  • umfangreiche DSP-Presets und Raumkorrektur
  • hochwertige Treiber von SEAS und optional Mundorf
  • Made in Germany

Nachteile

  • Stereo Hub für viele Funktionen erforderlich

Preis

  • Econik Eleven Preis (UVP): 7.349 Euro (Paar)
  • Aufpreis Mundorf AMT: 600 Euro
  • Stereo Hub: 700 Euro (300 Euro im Bundle mit den Lautsprechern)
  • Weitere Informationen: Hersteller

Econik Eleven Bewertung

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9.5
Klang / Preis9.5
Preis / Leistung9.5