Silent Angel H1
Streamer, D/A-Wandler und Musikserver in einem Gehäuse: Der Silent Angel H1 holt Musik von Tidal, Qobuz und Spotify aus dem Netz und spielt die eigene Sammlung von einer eingebauten SSD mit bis zu 8 TB. Zwei Wandlerchips von ESS schicken das Signal über XLR und Cinch an die Anlage. Silent Angel nennt das Gerät „Pure Music Hub“ und hat ihm ein 5,5-Zoll-Display für Cover und Songtexte spendiert.

Silent Angel H1 schluckt bis zu 8 TB Musik auf SSD
Für die eigene Sammlung hat der H1 einen Steckplatz für eine M.2-SSD mit NVMe-Schnittstelle (PCIe 3.0). Die SSD setzt du selbst unter einer Abdeckung ein, die App formatiert sie anschließend. Laut Hersteller passen Laufwerke mit bis zu 8 TB. Dazu kommen 2 USB-3.0-Buchsen für externe Festplatten sowie der Zugriff auf NAS-Laufwerke und Freigaben im Heimnetz.
Seine Bibliothek baut der H1 selbst: Er durchsucht alle Speicher und sortiert die Musik nach Alben. CUE-Dateien – Inhaltsverzeichnisse, die eine am Stück gerippte CD in einzelne Titel aufteilen – liest er ebenfalls. Favoriten, eigene Playlists und eine Suche gehören dazu.
Beim Streaming sind Tidal Connect, Qobuz Connect und Spotify Connect in verlustfreier Qualität an Bord. Außerdem gibts AirPlay 2, DLNA und Internetradio über TuneIn. Ins Heimnetz geht der Player per Gigabit-Ethernet oder Wi-Fi 6.
Die Bedienung läuft über die App VitOS Orbiter für iOS und Android. Das Farbdisplay an der Front mit 1280 x 720 Pixeln ist kein Touchscreen: Es zeigt Albumcover, Songtexte und Titelinfos. Am Gerät selbst sitzt nur ein Lautstärkeknopf.

Der H1 regelt die Lautstärke – eine Endstufe reicht
Analog gibt der Silent Angel H1 sein Signal symmetrisch über XLR und unsymmetrisch über Cinch aus. Weil er die Lautstärke an diesen Ausgängen selbst regelt, lässt er sich direkt an eine Endstufe oder an Aktivlautsprecher anschließen. Der klassische Weg über einen Vollverstärker funktioniert genauso.
Für einen externen D/A-Wandler stehen ein USB- und ein optischer Ausgang bereit. Per USB reicht der H1 PCM bis 768 kHz/32 Bit und DSD256 weiter, per Toslink bis 192 kHz/24 Bit. Die Pegelregelung im Gerät gilt dann nicht, sie arbeitet nur an den Analogausgängen.
Umgekehrt nutzt ein Computer den eingebauten Wandler über den USB-B-Eingang. Dort nimmt der H1 PCM bis 768 kHz/32 Bit und natives DSD512 an. Am Mac klappt das ohne Zusatzsoftware, für Windows gibts einen Treiber von Silent Angel. Smartphones lassen sich per USB-Kabel ebenfalls anschließen.

Unter der Haube: 2 ESS-Wandler und VitOS
Die D/A-Wandlung übernehmen zwei ESS ES9039Q2M. Davor sitzt ein USB-Prozessor XMOS XU316 der dritten Generation. Gegen Jitter – zeitliche Schwankungen im digitalen Takt – setzt Silent Angel auf eine zweistufige asynchrone Abtastratenwandlung.
Das interne Netzteil versorgt Hauptplatine, Wandler, Analogstufe und Digitalbausteine über vier getrennte Stromschienen. In der Analogstufe arbeiten sechs Operationsverstärker aus eigener Entwicklung namens K-Muse und zwei OPA1612 von Texas Instruments. Als Betriebssystem läuft das Linux-basierte VitOS auf einem Vierkernprozessor RK3568 mit 4 GB Arbeitsspeicher.
Technische Daten und Preis
- Dienste und Protokolle Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect, AirPlay 2, DLNA
- Max. Auflösung PCM 768 kHz/32 Bit, DSD512 nativ
- Ausgänge XLR, Cinch, USB, USB-C, optisch
- Digitaleingang USB-B
- Speicher M.2-SSD bis 8 TB, USB, NAS
- Steuerung App, 5,5-Zoll-Display, Lautstärkeknopf
- Vorgestellt September 2026
- Preis (UVP) 849 US-Dollar
- Verfügbarkeit tba