NAD C 359S

Tasten, Drehregler und kein einziges Menü – und trotzdem kann der NAD C 359S streamen, den Fernsehton übernehmen und Musik per Bluetooth empfangen. Der Stereo-Vollverstärker aus der Classic-Serie des kanadischen Herstellers leistet 2 x 70 Watt an 8 Ohm. Für Plattenspieler und Subwoofer hat er eigene Anschlüsse.

NAD C 359S in Schwarz von vorn mit Quellentasten, Klangreglern und großem Lautstärkeknopf
Sechs Quellentasten, drei Klangregler, ein Lautstärkeknopf: die Front des C 359S.

Mit BluOS zum Netzwerkplayer

BluOS ist die Streaming- und Multiroom-Plattform der Lenbrook-Gruppe, zu der auch NAD gehört. Einen separaten Streamer braucht der NAD C 359S damit nicht. Die kostenlose BluOS-Controller-App gibts für iOS, Android, Windows und macOS. Darüber spielt Musik von Qobuz, Tidal, Spotify, Deezer oder Amazon Music, Internetradio wie TuneIn und Dateien von Netzwerkfreigaben.

Smartphone mit BluOS-App liegt auf dem Deckel des schwarzen Verstärkers
Gesteuert wird das Streaming über die BluOS-Controller-App.

Hochauflösende Dateien verarbeitet BluOS bis 24 Bit und 192 kHz, darunter FLAC, WAV, AIFF und MQA. Ins Netz geht der Verstärker per Ethernet oder Wi-Fi 5. Der NAD arbeitet außerdem mit Roon und Steuersystemen wie Control4 oder Crestron zusammen und lässt sich per Alexa und Siri bedienen. Mehrere BluOS-Geräte im Haus verbinden sich zum Multiroom-System.

Ohne App gehts ebenso. Ein Display gibt es nicht, dafür sechs Quellentasten von Phono bis BluOS. Daneben regeln drei Drehknöpfe Bass, Höhen und Balance, ganz rechts sitzt der ausladende Lautstärkeregler. Auf der mitgelieferten IR-Fernbedienung liegen Speicherplätze für Radiosender. „Audio-Enthusiasten wollen heute eine HiFi-Anlage, die im Alltag einfach ist, beim Klang aber keine Kompromisse macht“, sagt Morten Nielsen, Produktmanager bei NAD.

HDMI eARC und Phono

Den Fernseher verbindet der Verstärker über HDMI eARC. Der TV schickt seinen Ton dabei über das HDMI-Kabel, ein separates Tonkabel entfällt. Per Bluetooth kommt Musik vom Smartphone, auf Wunsch im Codec aptX HD mit 24 Bit. Für CD-Player, Tuner und Co. gibts zwei analoge Line-Eingänge und einen optischen Digitaleingang mit bis zu 192 kHz Auflösung.

Rückseite des Verstärkers mit LAN, HDMI eARC, optischem Eingang, Phono, Line-Eingängen und Lautsprecherklemmen
Hinten: LAN, HDMI eARC, Optical, Phono, zwei Line-Eingänge, Subwoofer-Ausgang und Schalter für Hochpass und Soft Clipping.

Ein Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer passt direkt an den Phono-Eingang. MM steht für Moving Magnet, das verbreitetste Tonabnehmerprinzip. Eine externe Phono-Vorstufe ist damit überflüssig, eine Kopfhörerbuchse sitzt vorn.

Am Subwoofer-Ausgang hängt bei Bedarf ein aktiver Subwoofer. Auf Wunsch filtert ein Hochpass die tiefsten Frequenzen aus dem Signal für die Hauptlautsprecher bei 80 Hz. Den Tiefbass übernimmt dann allein der Subwoofer. Das entlastet Lautsprecher und Verstärker und schafft mehr Leistungsreserven. Ein zweiter Schalter aktiviert Soft Clipping, das den Klang bei Übersteuerung weicher begrenzt.

Der NAD C 359S setzt auf Class AB

Die Endstufe des NAD C 359S arbeitet in Class AB. Bei leisen Pegeln laufen die Ausgangstransistoren im verzerrungsarmen Class-A-Bereich, bei mehr Leistung übernehmen sie im Gegentakt abwechselnd eine Halbwelle. NAD setzt in vielen anderen Geräten auf Class D, hat sich hier nach eigenen Angaben aber bewusst für Class AB entschieden.

Ungewöhnlich ist die Stromversorgung. Zu einem Class-AB-Verstärker gehört meist ein schwerer Transformator mit linearem Netzteil. Im C 359S sitzt stattdessen ein Schaltnetzteil, das laut NAD von den Class-D-Endstufen der Masters-Serie abstammt, dem Spitzenprogramm des Herstellers. Es soll hohe Ströme bei wenig Rauschen liefern.

Netzteil, Signalweg und Endstufe liegen auf einer mehrlagigen Platine getrennt voneinander, damit sich Analog-, Digital- und Netzwerkteil nicht in die Quere kommen. An 4 Ohm steigt die Leistung auf 2 x 120 Watt, der Spitzenstrom liegt bei über 20 Ampere. Damit soll der Verstärker selbst anspruchsvolle Lautsprecher gut im Griff haben.

Als Spielpartner empfiehlt der Hersteller den CD-Player NAD C 569. Der C 359S misst 435 x 100 x 400 mm und wiegt 8,9 kg.

Technische Daten

  • Leistung 2 x 70 Watt an 8 Ohm, 2 x 120 Watt an 4 Ohm
  • Phono-Eingang MM
  • Digitale Eingänge 1 x HDMI eARC, 1 x optisch
  • Streaming BluOS, Bluetooth aptX HD
  • Kopfhörerausgang ja
  • Vorgestellt Oktober 2026

Preis und Verfügbarkeit

  • NAD C 359S Preis (UVP): 1.199 Euro
  • Verfügbarkeit: tba