Von Spotify HiFi zu Spotify Lossless

Erste Ankündigungen zu „Spotify HiFi“ gab es schon 2021, Gerüchte reichen sogar bis 2017 zurück. Während Apple Music, Tidal, Qobuz und Amazon längst Lossless-Streaming eingeführt haben, hielt Spotify seine Nutzer hin. Nun startet der Rollout von „Spotify Lossless“ in über 50 Ländern, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Japan. Nutzer erhalten eine Benachrichtigung in der App, sobald die Funktion freigeschaltet ist.

Von Spotify HiFi zu Spotify Lossless

HiFi-Qualität mit Grenzen

Spotify setzt auf FLAC 24 Bit / 44,1 kHz, also etwas oberhalb der klassischen CD-Auflösung. Hi-Res-Streaming bis 24 Bit / 192 kHz wie bei der Konkurrenz gibt es nicht. Für viele Hörer dürfte das kaum ins Gewicht fallen, audiophile Nutzer könnten jedoch weiterhin bei Tidal oder Qobuz bleiben.

Wichtig: Bluetooth bleibt der Flaschenhals. Wer kabellos hört, bekommt trotz Lossless-Einstellung meist nur komprimierte Daten, da Codecs wie AAC oder SBC die Bandbreite begrenzen. Wirklich verlustfrei funktioniert es nur mit Kabelverbindungen oder Spotify Connect auf kompatiblen Geräten.

Spotify setzt auf FLAC 24 Bit / 44,1 kHz

Spotify Connect

Zum Start sind Marken wie Sony, Bose, Samsung, Sennheiser, Denon, Marantz, Bluesound und Yamaha mit dabei. Sonos und Amazon-Geräte sollen in den kommenden Wochen folgen. Spotify Connect sorgt dafür, dass Lossless direkt an Lautsprecher, Verstärker oder Streamer übertragen wird – ein klarer Vorteil gegenüber reinem Bluetooth.

Aktivierung in der App

  1. Profil öffnen → Einstellungen & Datenschutz
  2. Unter „Medienqualität“ die Option Lossless wählen – separat für WLAN, mobile Daten und Downloads.
  3. In der „Now Playing“-Ansicht erscheint ein Lossless-Badge, sobald die höhere Qualität aktiv ist.

Tipp: Für schwächere Mobilverbindungen empfiehlt es sich, Lossless nur über WLAN oder für Downloads zu aktivieren.

Markteinordnung

Mit Spotify Lossless zieht der Marktführer endlich nach und macht verlustfreie Musik für Millionen Nutzer zugänglich. Spannend: Es bleibt beim bisherigen Premium-Preis von 9,99 Euro. Während andere Anbieter Lossless zu Beginn als Premium-Feature vermarktet haben, integriert Spotify es direkt ins Standard-Abo.

Damit dürfte Spotify die Karten im Streaming-Markt neu mischen. Nutzer, die bisher wegen der Klangqualität zu Apple Music oder Tidal gewechselt sind, könnten zurückkehren – auch wenn Spotify bewusst auf Hi-Res verzichtet