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Gitarrenbau mal anders: Interview mit Risiro Guitar

Musik begleitet unseren Alltag und auf MODERNHIFI erfährst Du alles, was Du zum guten Hören brauchst. Aber was wäre Musik ohne Instrumente oder denjenigen, die sie für uns bauen? Wir haben uns gefragt, wie eigentlich eine Gitarre entsteht, und sind damit direkt zu einem Fachmann gegangen.

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Interview

Christian Ritz ist Gründer von Risiro Guitar und Spezialist für Gitarrenbau und Reparaturen. Neben E-Gitarren hat er mit den Risiro Skate Guitars ein paar ziemlich abgefahrene Modelle im Programm. Wir haben uns bei seinem Lieblingsgetränk Kaffee zusammengesetzt und uns über den Alltag eines Zupfinstrumentenmachers unterhalten.

Christian, wie kommt man auf die Idee, professionell Gitarren herzustellen?

Ich habe selbst jahrelang E-Gitarre gespielt und dabei einige Probleme an meiner Gitarre feststellen dürfen. Nachdem mir in meiner unmittelbaren Umgebung niemand wirklich helfen konnte, habe ich das Ganze einfach selber in die Hand genommen und mich ständig bis zum heutigen Tage weitergebildet. Mit der Zeit habe ich mich immer tiefer in das Thema eingearbeitet. Nach den ersten Einstellarbeiten, dem Anpassen der Saitenlage und verschiedenen Elektronikarbeiten lag es förmlich auf der Hand – die Werkbank soll meine „Bühne“ sein. Und so begann das Ganze, grossartig seinen Lauf. Mittlerweile sind es rückblickend an die 14 Jahre.

Womit verdienst Du heute hauptsächlich Dein Geld?

Das Tagesgeschäft bestreite ich mit Reparaturleistungen, Gitarren-Optimierungen, Lackierungen und Bundarbeiten. Hinzu kommen Spezialanfertigungen und die Herstellung von E-Gitarren.

Kannst Du Dich noch an Deiner erste selbst gebaute Gitarre erinnern?

Das war ganz genau im März 2007. Die Gitarre habe ich einem Freund zum Geburtstag geschenkt. Ich wollte einfach etwas schaffen und an jemanden weitergeben, der tagtäglich Gitarre spielt. Das war für mich selber eine Art Testballon und das Schöne ist: Die Gitarre ist heute nach acht Jahren immer noch auf der Bühne.

Ab welchem Punkt lohnt es sich, zum Gitarrenbauer zu gehen?

Ich formuliere das Mal so: Jeder Musiker hat eine individuelle Vorstellung vom perfekten Klang. Und diese muss nicht zwingend ein großer Gitarren-Produzent „persönlich“ treffen. Nach meiner Erfahrung lässt sich an sehr vielen Gitarren etwas optimieren, sodass sie hinterher perfekt individuell auf den Spieler abgestimmt sind. Das persönliche Empfinden kann man mit einer Stangenware nur schwer treffen, was aber völlig normal ist – denn kein Mensch ist wie der Andere, wir sind Unikate. In der Optimierung ist sehr viel Spielraum vorhanden, was leider oftmals nicht genutzt wird.

Sollte ich mir also gleich eine Custom-Gitarre bauen lassen?

Der Musiker braucht ganz einfach einen persönlichen Bezug zu seinem Instrument. Das muss nicht zwingend eine Custom-Gitarre sein. In einer Stangenware im dreistelligen Preisbereich kann auch ein ideeller Wert stecken. Viele meiner Kunden verbinden eine Geschichte mit ihren Instrumenten. Dann muss man die Gitarre nicht gleich beiseite hängen, sondern kann sie noch gut optimieren. Risiro Guitar hat immer ein Ohr für Dich offen und gemeinsam findet sich in der Regel eine passende Lösung.

Was bekomme ich beim Risiro Guitar Custom Bau?

Individualität! Das beginnt beim Halsformat, dem Griffbrettradius, dem Tonholz und geht über Optik, Lackierung bis hin zur Hardware-Bestückung. Farbe, Güte, Klangeigenschaften – die Gitarre wird von vorn bis hinten auf den Kunden abgestimmt. Dazu treffen wir uns ein paar Mal, trinken ein paar Tassen Kaffee und sprechen darüber, wo die „Reise“ hingehen soll.

Wie läuft es ab, wenn Du für einen Kunden eine E-Gitarre baust?

Die meisten Kunden, die zu mir kommen, haben bereits eine ziemlich genaue Vorstellung von ihrer neuen Gitarre im Kopf. Wir setzen uns dann solange zusammen, bis aus der Grundidee ein Konzept entsteht.

Wenn die Gitarre in ihrer Grundform steht, gehen wir die Klangvorstellungen noch genauer an. Soll es prägnant klingen oder lieber mittenbetont. Das hat einen enormen Einfluss auf die Auswahl des Tonholzes. Dabei achte ich besonders auf Qualität, um das bestmögliche Fundament zu schaffen. Das ist vergleichbar mit einem Haus, wenn das Fundament Schwachpunkte hat, nützt Dir auch die schönste Fassade nichts.

Erle ist zum Beispiel in seiner Klangstruktur ein sehr „biegbares“ Tonholz. Esche wirkt im Gegensatz eher knalliger in seiner Tonstruktur. Mahagoni ist wiederum mittenbetonter und „weicher“ in der Ansprache.

Dann sind wir auch schon bei der Auswahl der Bauteile. Sollen es Vintage Parts oder moderne Komponenten sein. Das hat alles Einfluss auf den Grundsound, den die Gitarre später einmal haben wird. Danach wird individuell selektiert. Schlussendlich geht es um die Tonabnehmerwahl. Will der Kunde zum Beispiel einen klassischen Single-Coil- oder einen breiten Humbucker-Sound.

Mein Ziel ist es, dass der Kunde die Werkstatt mit einem breiten Grinsen verlässt und das es mir wirklich schwer fällt, ihm seine Gitarre auszuhändigen. Da ich mit dem Bau „seiner“ Gitarre sehr viel Zeit verbringe und man sich schnell aneinander gewöhnt.

Mit den Risiro Skate Guitars bietest Du eine besondere Bauform an. Wie kam es dazu?

Vor zwei Jahren habe ich mich dazu durchgerungen, mir ein Longboard zu kaufen. Es war einfach mal wieder an der Zeit ein bisschen Sport zu machen. Darauf hin bin ich zu Bastelboards in Leipzig gegangen und habe mir ein Longboard gekauft. Nach zwei Wochen kam ich zurück in die Shredderei und habe mich für das tolle Deck bedankt. Bastl, der Besitzer, meinte nur: „Dann muss ich jetzt wohl Anfangen ein Instrument zu lernen.“ Die Worte haben mich nicht mehr losgelassen und ich habe die erste Risiro Skate Guitar gebaut – eine Lap-Steel.

Aus einem Longboard als Grundlage?

Genau, ich habe mir ein altes Longboard-Deck geschnappt und daraus eine Lap-Steel-Gitarre gebaut. Man legt sie auf den Schoß und kann mit der offenen Stimmung und dem Steelbar gute Hawaii-Sounds abbilden. Bis zu dem Zeitpunkt war das ganze noch ziemlich Out of Space.

Was ist mittlerweile aus dem Projekt geworden?

Das Ganze ist als Side-Projekt gestartet und läuft parallel zum klassischen E-Gitarrenbau. Das Skateboard oder Longboard dient dabei als Klangkörper, der mit einem E-Gitarrenhals verbunden wird. Dazu kommen gekapselte Mechaniken, eine feste Brücke, ein Humbucker-Tonabnehmer und für den Einstieg ein Lautstärkeregler. Damit lassen sich klassische E-Gitarren-Sounds gut abbilden.
Im Juni stellen wir die neue Risiro Skate Guitar „The Shredding“ vor. Diesbezüglich halten wir euch auf dem Laufendem – versprochen!

Was für Tipps kannst Du einem Gitarristen mit auf den Weg geben?

Die beste Optimierungsmaßnahme für einen Gitarristen aus meiner Sicht ist das regelmäßige Saitenwechseln. Damit behält man einen guten Grundton und die Intonation der Gitarre bei. Im Winter und Sommer herrschen andere Temperaturen vor, die Luftfeuchtigkeit verändert sich und das Material Holz passt sich daran an. Das hat Einfluss auf die Statik der Gitarre und die Saitenlage.

Mein Tipp: Du darfst gern bei uns bei Risiro Guitar vorbei schauen, wir Sichten gemeinsam mit Dir Dein Instrument und finden, wenn nötig, die optimale Variante oder Optimierung für Dich! In diesem Sinne – thx & cheers!

Noch mehr Infos

Wenn Du mehr über Risiro Guitar und die verschiedenen Gitarren-Modelle erfahren willst, klick Dich einfach durch die offizielle Website. Alle Infos zu den Risiro Skate Guitars und die verschiedenen Ausführungen, findest Du hier.

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