Rega Replay
Auspacken, Gegengewicht aufstecken, Kabel anschließen: Mehr Vorbereitung braucht der Rega Replay nicht – nach weniger als einer Minute dreht sich die erste Platte. Der in Großbritannien handgefertigte Plattenspieler kommt mit montiertem und ausgerichtetem Tonabnehmer sowie fertig eingestelltem Tonarm. Rega richtet ihn an Vinyl-Einsteiger:innen und an alle, die ohne Feinjustage Musik hören wollen.

er Rega Replay kommt fertig justiert
Drei Jahre haben die Briten nach eigenen Angaben am Replay entwickelt. Das Ziel: ein Plattenspieler, bei dem niemand mit Waage und Schablone hantieren muss. Gegengewicht bis zum Anschlag aufs hintere Ende des Tonarms schieben, Tonarmkabel an einen Verstärker oder eine Phonostufe stecken, Nadelschutz abziehen. Dann Platte auflegen, einschalten, Tonarm absenken.
Die Basis dafür ist der RB110-Tonarm. Er läuft laut Rega in selbst entwickelten, patentierten Lagern mit sehr geringer Reibung. Das Antiskating ist ab Werk fest eingestellt und lässt sich nicht verändern. Es gleicht die Kraft aus, die den Tonarm beim Abspielen zur Plattenmitte zieht, damit die Nadel gleichmäßig an beiden Rillenflanken anliegt. Das 111 g schwere Gegengewicht braucht ganz aufgeschoben keine weitere Einstellung, das Headshell – der Kopf des Tonarms, der den Tonabnehmer trägt – hat Rega ergonomisch überarbeitet.

Am Tonarm sitzt ab Werk der Rega Carbon, ein MM-Tonabnehmer. MM steht für Moving Magnet: Ein winziger Magnet an der Nadel bewegt sich zwischen feststehenden Spulen und erzeugt so das Signal. Jedes System montiert und justiert Rega im Werk. Die Nadel lässt sich tauschen – als Upgrade nennt der Hersteller die Ersatznadel Carbon Pro mit elliptischem Schliff, der feiner in die Rille greift als eine runde Nadelspitze.
Leichtes Skelett, schwerer Teller
Statt einer vollflächigen Zarge hat der Replay ein skelettiertes Chassis: Es besteht nur aus dem Material, das Motor, Lager und Tonarm verbindet. Der Hersteller laminiert es um einen schwarzen MDF-Kern, damit es trotz geringer Masse sehr steif bleibt. Überarbeitete Füße sollen den Plattenspieler stabiler stehen lassen und Vibrationen von ihm fernhalten.

Auf dem Hauptlager aus Messing dreht sich ein 23 mm starker Plattenteller aus Phenolharz, einem harten Kunstharz. Seine höhere Masse wirkt wie ein Schwungrad und soll die Drehzahl stabil halten. Obendrauf liegt eine weiße Matte, deren strukturierte Seite am ebenfalls strukturierten Teller greift. Das Messinglager sitzt laut den Entwicklern passgenauer und entlastet so das Lager selbst; ein Patent ist angemeldet.
Den Teller treibt ein geräuscharmer 24-V-Synchronmotor über einen EBLT-Riemen an. Ein Synchronmotor läuft im Takt der Wechselspannung und hält so seine Drehzahl. Der Hersteller baut ihn als Modul mit eigener Platine und CNC-gefräster Aluminium-Riemenscheibe. Netzschalter, Stromanschluss, hinterer Fuß und Belüftung stecken im selben Bauteil. Für 45 statt 33 ⅓ U/min legst du den Riemen von Hand um.

Was der Rega Replay noch braucht
Einen Phono-Vorverstärker hat der Rega Replay nicht eingebaut. Das Signal eines MM-Tonabnehmers ist sehr leise und muss entzerrt werden – das erledigt der Phono-Eingang eines Verstärkers oder eine separate Phonostufe. Die Verbindung läuft über Cinch, die Erdung läuft intern über den linken Kanal.
Als passende Partner zeigen die Briten auf ihrer Website unter anderem die Phonostufe Fono Mini A2D, die das Signal per USB an einen Computer weitergibt, etwa zum Digitalisieren von Platten. Der kompakte Vollverstärker Io hat einen MM-Phono-Eingang an Bord und leistet laut Hersteller 30 Watt pro Kanal an 8 Ohm.
Eine abnehmbare Staubschutzhaube gehört zum Lieferumfang. Mit Haube misst der Plattenspieler 415 x 320 x 115 mm und wiegt 2,2 kg. Rega gibt eine lebenslange Garantie auf Herstellungsfehler.
Technische Daten
- Antrieb: Riemen (EBLT), 24-V-Synchronmotor
- Drehzahlen: 33 ⅓ und 45 U/min (manuell per Riemen)
- Tonarm: RB110, handmontiert, Antiskating fest voreingestellt, Gegengewicht 111 g
- Tonabnehmer: Rega Carbon (MM), werkseitig montiert und justiert, Nadel austauschbar
- Plattenteller: Phenolharz, 23 mm, mit Matte
- Lager: Präzisions-Hauptlager aus Messing, werkseitig versiegelt
- Chassis: skelettiert, laminiert, MDF-Kern
- Anschluss: Cinch, Erdung über linken Kanal
- Netzteil: Rega PS2 (100 mA)
- Abmessungen mit Haube (B x T x H): 415 x 320 x 115 mm
- Gewicht: 2,2 kg
Preis und Verfügbarkeit
- Rega Replay Preis (UVP): 349 Euro
- Verfügbarkeit: ab November 2026