Klipsch The Fives Test
Die Klipsch The Fives bringen kräftigen Stereoklang, HDMI ARC und einen Phono-Eingang in zwei kompakte Aktivlautsprecher. Damit ersetzen sie am Fernseher sogar eine klassische Soundbar.
Das Konzept ist klar: Verstärker, Anschlüsse und Lautsprecher stecken in einem kompakten Stereo-System. Pro Kanal stehen bis zu 80 Watt Leistung zur Verfügung. Fernseher, Computer und Plattenspieler lassen sich ohne separaten Verstärker anschließen.
Klipsch The Fives im Retro-Look
Optisch greifen die Aktivlautsprecher klassische HiFi-Elemente auf. Klipsch bietet die Gehäuse unter anderem in Schwarz und mit echtem Walnussfurnier an. Magnetisch haftende Stoffabdeckungen, Metallregler und das markentypische Hochtonhorn setzen klare Akzente.
Die MDF-Gehäuse wirken sauber verarbeitet und ausreichend steif. Das zahlt sich bei höheren Lautstärken aus, denn störendes Mitschwingen hält sich in Grenzen. Auf einem Sideboard oder neben dem Fernseher machen die Boxen einen hochwertigen Eindruck. Auch auf einem größeren Schreibtisch funktioniert das Format, sofern genug Abstand zu Rück- und Seitenwänden bleibt.
Bedienung direkt am Lautsprecher
Die Metallregler auf der Oberseite passen zum Retro-Konzept und erlauben schnellen Zugriff auf Lautstärke und Eingangswahl. Das ist im Alltag praktischer, als für jede Änderung das Smartphone herauszuholen. Eine Fernbedienung gehört ebenfalls zum Bedienkonzept.
Über die Klipsch-Connect-App lässt sich der Klang weiter anpassen. Ein Dreiband-Equalizer regelt Bässe, Mitten und Höhen getrennt. Zusätzlich stehen Funktionen zur Anpassung an die Aufstellung sowie ein Nachtmodus bereit. Die Verbindung zur App kann allerdings gelegentlich abbrechen.
HDMI ARC, Phono und USB
Die Klipsch The Fives spielen ihre Stärke bei den Anschlüssen aus. Ein Fernseher verbindet sich über HDMI ARC. ARC steht für Audio Return Channel und überträgt den Fernsehton über das HDMI-Kabel an die Kompaktlautsprecher. Dank HDMI CEC lässt sich die Lautstärke anschließend mit einer kompatiblen TV-Fernbedienung steuern.
Das macht die Lautsprecher zu einer interessanten Soundbar-Alternative. Stimmen kommen aus einer echten Stereo-Anordnung und lassen sich bei passender Aufstellung präziser zwischen den beiden Boxen verorten. Gleichzeitig bleibt die Bedienung am Fernseher unkompliziert.
Auch Vinyl-Fans brauchen nicht zwingend einen zusätzlichen Phono-Vorverstärker. Dieser steckt bereits in den Lautsprechern. Ein passender Plattenspieler lässt sich dadurch direkt anschließen. Für zusätzlichen Tiefbass gibt es einen Subwoofer-Ausgang.
Auf WLAN verzichten die Aktivlautsprecher dagegen. Spotify Connect, AirPlay oder andere eigenständige Netzwerkfunktionen gehören nicht zur Ausstattung. Wer Musik streamen möchte, nutzt Bluetooth oder verbindet einen externen Netzwerk-Streamer.
So klingen die Klipsch The Fives
Beim ersten Hören fällt der Bass auf. Die 11-cm-Tieftöner liefern für die Gehäusegröße erstaunlich viel Druck und reichen weit nach unten. Kickdrums bekommen Gewicht, elektronische Bassläufe wirken körperlich und Filmton besitzt mehr Fundament, als man den kompakten Boxen zunächst zutraut.
Bei Billie Eilishs „CHIHIRO“ zeigen die Lautsprecher ihre dynamische Seite. Der tiefe Synth-Bass steht präsent im Raum, während die Stimme klar im Zentrum bleibt. Bei wandnaher Aufstellung gewinnt der Tiefton allerdings schnell zu viel Energie. Einige Zentimeter mehr Abstand zur Rückwand oder eine Korrektur über die App bringen hier hörbar mehr Balance.
Auch Dua Lipas „Houdini“ passt zum Charakter der Klipsch. Der rhythmische Bass kommt trocken und mit ordentlich Schub, während Schlagzeug und Synthesizer sauber voneinander getrennt bleiben. Die Lautsprecher können überraschend laut spielen und behalten dabei ihren lebendigen Charakter.
Hornhochtöner mit direkter Wiedergabe
Für hohe Frequenzen setzt Klipsch auf einen 25-mm-Hochtöner in einem 90-x-90-Grad-Horn. Das Horn bündelt den Schall kontrolliert und erhöht den Wirkungsgrad. Stimmen und perkussive Details wirken dadurch direkt und präzise.
Die Höhen drängen sich trotzdem nicht permanent nach vorne. Abhängig von Raum und Aufstellung können sie gegenüber dem kräftigen Bass sogar etwas zurückhaltend erscheinen. Wir würden die Lautsprecher daher möglichst auf Ohrhöhe ausrichten und nicht tief in ein Regal stellen. Der Equalizer hilft anschließend bei der Feinabstimmung.
Filme mit echter Stereo-Breite
Bei Filmen zahlt sich der Abstand zwischen zwei getrennten Lautsprechern aus. In „Dune: Part Two“ wirken Dialoge klar zentriert, während Musik und Effekte deutlich über die Bildschirmbreite hinausreichen können. Tieffrequente Effekte besitzen bereits ohne Subwoofer ordentlich Nachdruck.
Für große Räume und besonders tiefen Heimkino-Bass bleibt ein separater Subwoofer sinnvoll. Wird dieser angeschlossen, kann das Bassmanagement die Hauptlautsprecher unterhalb von 80 Hertz entlasten. Dadurch gewinnen sie bei höheren Pegeln Reserven und müssen den tiefsten Frequenzbereich nicht allein übernehmen.
Auch bei ruhiger Musik funktioniert das Konzept. Stimmen bleiben verständlich, Instrumente lassen sich sauber staffeln und die Stereo-Bühne löst sich bei korrekter Aufstellung gut von den Gehäusen. Die Abstimmung zielt stärker auf Dynamik und Bassdruck als auf analytische Neutralität.
Aufstellung entscheidet
Die kräftige Tieftonabstimmung verlangt etwas Sorgfalt. Direkt an einer Wand oder in einer Ecke kann der Bass einzelne Stimmen und Instrumente überdecken. Mit mehr Abstand zur Wand, einer freien Aufstellung und einer leichten Korrektur per App klingen die Boxen ausgewogener.
Wer am Schreibtisch hört, sollte ebenfalls auf die Position achten. Hochtöner auf Ohrhöhe und eine symmetrische Ausrichtung verbessern die räumliche Abbildung deutlich. Damit zeigen die Klipsch The Fives, dass ihre kompakte Bauform keine Ausrede für beliebige Platzierung ist.
Fazit zum Klipsch The Fives Test
Die Klipsch The Fives verbinden klassischen HiFi-Look mit einer ungewöhnlich kompletten Anschlussausstattung. HDMI ARC macht sie zur Stereo-Alternative zur Soundbar, während Phono, USB, optischer Eingang und Bluetooth zahlreiche weitere Quellen abdecken.
Klanglich stehen Dynamik und ein für die Größe kräftiger Bass im Mittelpunkt. Mit sorgfältiger Aufstellung und etwas Equalizer-Arbeit lässt sich die Abstimmung gut ausbalancieren. Wer WLAN-Streaming direkt im Lautsprecher erwartet, muss dagegen einen externen Streamer einplanen.
Vorteile
- echte Stereo-Wiedergabe für Musik und Fernsehton
- HDMI ARC und CEC für komfortable TV-Nutzung
- Phono-Vorverstärker bereits integriert
- wertige Materialien und kompakte Gehäuse
- Equalizer und Klanganpassung per App
Nachteile
- kein integriertes WLAN-Streaming
- Aufstellung beeinflusst die Bassbalance deutlich
- App-Verbindung nicht immer stabil
Preis und Verfügbarkeit
- Klipsch The Fives Preis (UVP): 899 EUR
- Straßenpreis: 642,51 EUR
Klipsch The Fives Bewertung
- Aktiv-Lautsprehcer