JBL Live Flex 4 Test
Die JBL Live Flex 4 verbinden den luftigen Sitz halboffener In-Ear-Kopfhörer mit ANC, LDAC und einem ungewöhnlich vielseitigen Ladecase. Dessen Touchdisplay übernimmt viele Funktionen, für die sonst das Smartphone aus der Tasche muss.

JBL verzichtet auf Silikonaufsätze und platziert die Bluetooth-Kopfhörer vor dem Gehörgang. Jeder Ohrhörer wiegt nur 4,5 Gramm. Dazu kommen bis zu 11,5 Stunden Wiedergabe ohne Geräuschunterdrückung, Schutz nach IP54 und kabelloses Laden.
Design und Tragekomfort
Die halboffene Konstruktion prägt den Alltag mit den JBL Live Flex 4 stärker als jedes andere Merkmal. Es entsteht kein Druckgefühl durch Silikonaufsätze im Gehörgang. Das macht längere Hörsessions angenehm und lässt die Umgebung natürlicher wahrnehmbar bleiben.
Mit 4,5 g Gewicht pro Seite fallen die Kopfhörer kaum ins Gewicht. Die glänzende Kunststoffoberfläche sieht sauber und modern aus, bietet beim Sport aber weniger Halt als ein In-Ear mit Silikonaufsatz. Bei ruhigem Gehen und am Schreibtisch sitzen die Hörer angenehm, bei schnellen Bewegungen sollte man den Sitz gelegentlich prüfen.
Die IP54-Zertifizierung schützt die JBLs vor Staub und Spritzwasser. Schweiß beim Training und leichter Regen sind damit kein Grund, die Kopfhörer sofort einzupacken.

ANC, App und Touchdisplay
Aktive Geräuschunterdrückung, kurz ANC, trifft bei einer offenen Bauweise auf physikalische Grenzen. Tiefe und gleichmäßige Geräusche reduziert das System spürbar. Stimmen, Verkehr und wechselnde Umgebungsgeräusche dringen stärker durch als bei dicht abschließenden In-Ears. In Bus oder Bahn schafft das ANC mehr Ruhe, vollständige Abschottung sollte man nicht erwarten.
Bei pausierter Musik ist mit eingeschaltetem ANC ein leichtes Grundrauschen hörbar. Sobald Musik läuft, tritt es in den Hintergrund. Der Transparenzmodus macht Umgebungsgeräusche gezielt besser hörbar und eignet sich für kurze Gespräche oder den Weg durch den Straßenverkehr.
Die JBL-Headphones-App bietet einen Equalizer zur Klanganpassung, einen Hörtest, 3D-Sound und LDAC. LDAC ist ein Bluetooth-Codec, der bei kompatiblen Android-Geräten Musik mit höherer Datenrate übertragen kann. Wer gerne am Klang feilt, bekommt damit deutlich mehr Spielraum als bei einem einfachen Preset-System.
Das Touchdisplay im Ladecase ist mehr als eine Spielerei. Wiedergabe, Lautstärke, Equalizer und Noise Cancelling lassen sich direkt am Case steuern. Das Smartphone kann beim Arbeiten oder auf Reisen häufiger in der Tasche bleiben. Dafür fällt das Ladecase größer und schwerer aus als bei vielen True-Wireless-Kopfhörern der Konkurrenz.
Auch die Ausdauer passt zum mobilen Einsatz. Mit aktivem ANC erreichen die Noise-Cancelling-Kopfhörer rund 10,5 Stunden Musikwiedergabe. Ohne Geräuschunterdrückung sind bis zu 11,5 Stunden möglich. Das Case lädt per USB-C oder kabellos.

JBL Live Flex 4 im Klangtest
Die JBL Live Flex 4 spielen warm und druckvoll. Der Bass besitzt ordentlich Substanz, ohne jeden Song mit übertriebenem Tiefbass zu überziehen. Stimmen sitzen etwas weiter hinten, während die offene Konstruktion eine angenehm breite Bühne erzeugt.
Bei Billie Eilishs „BIRDS OF A FEATHER“ kommt der satte Grundton den JBL entgegen. Bass und Kick besitzen Gewicht, während Eilishs Stimme klar im Zentrum bleibt. In dichteren Passagen rücken die Mitten etwas zurück. Das sorgt für einen gefälligen, kräftigen Charakter, nimmt Stimmen und Gitarren aber einen Teil ihrer Präsenz.
Mehr Herausforderung bringt Sabrina Carpenters „Espresso“. Percussion und helle Produktion zeigen, dass die oberen Frequenzen energisch abgestimmt sind. Becken und scharfe Konsonanten können bei höherer Lautstärke etwas bissig wirken. Mit dem Equalizer lässt sich dieser Bereich schnell entschärfen.
Bei elektronischer Musik spielt die Abstimmung ihre Stärken aus. Charli xcx liefert auf „360“ trockene Beats und tiefe Synthesizer, die mit den JBL Live Flex 4 kräftig und sauber voneinander getrennt erscheinen. Die breite Darstellung passt gut zu elektronischen Produktionen und Pop.
Auch Filme profitieren von dieser räumlichen Wiedergabe. In „Dune: Part Two“ besitzen tiefe Effekte und der wuchtige Score spürbaren Druck. Dialoge bleiben verständlich, stehen neben den dominanten Tiefen aber nicht immer so deutlich im Vordergrund wie bei neutraler abgestimmten Kopfhörern. Der 3D-Sound kann die räumliche Wirkung weiter vergrößern, verändert dabei allerdings auch die natürliche Klangbalance.
Unterm Strich richtet sich die Abstimmung stärker an Hörer, die Bass, Wärme und eine großzügige Raumdarstellung suchen, als an Fans eines nüchternen Studioklangs. Der Equalizer ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpakets.
Fazit
Die JBL Live Flex 4 sind eine interessante Wahl für alle, die Silikonaufsätze im Gehörgang vermeiden möchten. Der leichte Sitz, die lange Akkulaufzeit und das Touchdisplay des Ladecases machen sich im Alltag bezahlt. Dazu kommen eine umfangreiche App und LDAC für kompatible Geräte.
Vorteile
- sehr leichtes Tragegefühl ohne Silikonaufsätze
- bis zu 11,5 Stunden Akkulaufzeit
- Touchdisplay ermöglicht Bedienung ohne Smartphone
- umfangreiche App inklusive Hörtest und Equalizer
- LDAC-Unterstützung für kompatible Geräte
- USB-C und kabelloses Laden
Nachteile
- ANC konstruktionsbedingt nur eingeschränkt wirksam
- weniger sicherer Halt bei schnellen Bewegungen
- vergleichsweise großes Ladecase
Preis und Verfügbarkeit
- JBL Live Flex 4 Preis (UVP): 199,99 EUR
- Straßenpreis: Keine Produkte gefunden.
JBL Live Flex 4 Bewertung
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