Galion Audio Comet im Test
Die Röhren-Vorstufe Galion Audio TS P75C beeindruckte uns im Test mit natürlichem, räumlichem Klang. Als Partner diente bereits die Galion Audio Comet. Nun steht die passende Endstufe selbst im Rampenlicht.
Mit 80 Watt Leistung pro Kanal an 8 Ohm zählt die Comet auf dem Papier nicht zu den Kraftprotzen. Doch ein 600-Watt-Ringkerntransformator und 80.000 Mikrofarad Siebkapazität zeigen schnell, dass Galion andere Schwerpunkte legt. Statt auf hohe Wattzahlen setzt Firmengründer und HiFi-YouTuber Thomas Tan auf eine starke Stromversorgung und eine präzise klangliche Abstimmung. Anders als die Schwester-Endstufe Galion TS A75 soll die Comet nicht spektakulär oder effekthascherisch klingen, sondern ausgewogen, kontrolliert und musikalisch.
Design & Technik
Die Comet folgt optisch der aktuellen Galion-Designsprache: ein mattschwarzes Gehäuse, sanft abgerundete Kanten und eine schlichte Front. Auffällige Displays oder große Bedienelemente fehlen. Nur das eingeprägte Logo und der Netzschalter durchbrechen die minimalistische Optik.
Auch im Inneren setzt Galion auf Substanz statt Show. Der abgeschirmte Ringkerntransformator, eine großzügige Stromversorgung und hochwertige Kondensatoren von Jupiter und Dayton prägen den Klang. Laut Hersteller entstanden über zehn Prototypen, bevor die finale Abstimmung feststand.
Die Ausstattung bleibt bewusst klassisch. Die Comet bietet Cinch-Eingänge und hochwertige Lautsprecherklemmen, verzichtet aber auf XLR-Anschlüsse oder Komfortfunktionen. Für den Betrieb ist ein separater Vorverstärker nötig. Im Test übernahm dies die Galion Audio TS P75C.
Hörtest
Schon nach wenigen Minuten zeigt sich, wie gut Vor- und Endstufe harmonieren. Die TS P75C bringt Wärme und Räumlichkeit, während die Comet Struktur, Dynamik und Kontrolle liefert. Das Ergebnis: ein geschlossenes, musikalisches Klangbild.
Bei Billie Eilishs „Chihiro“ überzeugt die Endstufe mit einem kräftigen, kontrollierten Bass, der ein solides Fundament bietet. Er wirkt körperhafter als bei vielen modernen Class-D-Verstärkern, bleibt aber präzise und sauber. Auch schnelle Dynamiksprünge meistert die Galion Comet souverän und vermittelt mehr Leistungsreserven, als die 80 Watt vermuten lassen.
Besonders gelungen ist der Mitteltonbereich. Stimmen stehen klar im Vordergrund, wirken ausdrucksstark, aber nie künstlich betont. London Grammars „House“ profitiert ebenso wie akustische Aufnahmen, bei denen Gesang und Instrumente greifbar erscheinen. Der Hochton bleibt angenehm zurückhaltend: Becken und feine Details klingen sauber, ohne je scharf oder anstrengend zu wirken.
Auch räumlich überzeugt die Comet. Instrumente werden klar voneinander getrennt und präzise im Raum positioniert. Statt einer übertriebenen Bühne bietet sie ein stabiles, glaubwürdiges Klangbild mit guter Tiefenstaffelung.
Fazit
Die Galion Audio Comet überzeugt im Test mit Ausgewogenheit, kräftiger Dynamik und natürlichem Klang. Stimmen wirken präsent, der Bass besitzt Substanz, und der Hochton bleibt auch bei langen Hörsessions entspannt.
Besonders im Zusammenspiel mit der Galion Audio TS P75C zeigt die Comet ihre Stärken. Beide Komponenten ergänzen sich perfekt und bieten ein Vor-Endstufen-Duo, das klanglich über seiner Preisklasse spielt.
Vorteile
- musikalischer Klang
- kraftvoller Bass
- ausdrucksstarke Stimmen
- sanfter Hochton
- präzise Räumlichkeit
- hervorragende Synergie mit der Galion Audio TS P75C
Nachteile
- keine XLR-Anschlüsse
- keine Zusatzfunktionen
Technische Daten
- Verstärkerprinzip: Class AB
- Leistung: 2 × 80 Watt an 8 Ohm
- Leistung: 2 × 120 Watt an 4 Ohm
- Ringkerntransformator: 600 Watt
- Siebkapazität: 80.000 µF
- Gewicht: 17,6 kg
Preis & Verfügbarkeit
- Preis: 2.270 Euro
- Erhältlich bei: HiFi Pilot