Bowers & Wilkins PX7 S3 Test
Der PX7 S3 ist auf den ersten Blick als Bowers & Wilkins erkennbar. Stoff, Metall und Kunstleder prägen weiterhin das Design, wirken jedoch feiner abgestimmt. Die kompakteren Ohrmuscheln sitzen näher am Kopf, wodurch der Over-Ear-Kopfhörer weniger wuchtig erscheint als der PX7 S2e (Test).
Im Alltag zahlt sich das aus: Der Kopfhörer sitzt stabil, ohne zu drücken. Die weichen Polster sorgen für Komfort, selbst bei längeren Hörsessions; sei es ein Filmabend oder mehrere Alben am Stück. Mit rund 300 Gramm ist der PX7 S3 zwar kein Leichtgewicht, verteilt das Gewicht aber angenehm.
Die Verarbeitung bleibt auf gewohnt hohem Niveau. Scharniere, Übergänge und Materialien wirken durchdacht und langlebig. Genau das, was man in dieser Preisklasse und von Bowers & Wilkins erwartet.
Noise-Cancelling-Kopfhörer
Das Noise Cancelling nutzt bis zu acht Mikrofone und arbeitet im Praxis-Test des PX7 S3 überzeugend. Gleichmäßige Geräusche wie Bahnfahrten oder Lüfter werden effektiv gedämpft. Nur im Büro bleiben Stimmen und hochfrequente Geräusche teils hörbar, wenn auch deutlich abgeschwächt.
Der Transparenzmodus punktet hingegen mit Natürlichkeit. Gespräche lassen sich führen, ohne den Noise-Cancelling-Kopfhörer abzunehmen.
Auch die Bedienung überzeugt im Alltag. Statt auf Touch setzt Bowers & Wilkins auf physische Tasten. Ein klarer Vorteil in der Praxis. Die Knöpfe sind logisch angeordnet und lassen sich blind bedienen.
Hörtest
Bei modernen Tracks wie „Paint The Town Red“ von Doja Cat beeindruckt die Abstimmung: Der Bass reicht tief, bleibt aber kontrolliert. Kein übertriebener Punch, sondern Substanz und Struktur. Gleichzeitig stehen Stimmen klar im Raum, ohne aufdringlich zu wirken.
In komplexeren Arrangements wie „Kill or Be Killed“ von Muse zeigt sich die Detailtreue. Gitarren, Drums und Effekte bleiben sauber getrennt, ohne an Druck zu verlieren. Der PX7 S3 kombiniert Übersicht und Dynamik mühelos.
Auch elektronische Stücke wie „Strobe“ von deadmau5 profitieren von der präzisen Darstellung. Der Track baut sich sauber auf, feinste Details bleiben hörbar, ohne den Klang zu überladen.
Im Filmbereich überzeugt der Kopfhörer ebenfalls. Szenen aus „Dune: Part Two“ entfalten eine dichte, immersive Klangkulisse. Effekte und Score wirken nicht nur breit, sondern auch tief. Man fühlt sich mitten im Geschehen.
Der Klang bleibt leicht warm abgestimmt, ohne Details zu verschlucken. Im Vergleich zu typischen Consumer-Modellen wirkt er erwachsener, kontrollierter und weniger auf Effekte getrimmt.
Für maximale Qualität empfiehlt sich der USB-C-Betrieb: Hier gewinnt der PX7 S3 hörbar an Klarheit und Struktur.
Bowers & Wilkins True Immersion
Mit „True Immersion“ hat Bowers & Wilkins dem PX7 S3 inzwischen eine eigene Spatial-Audio-Funktion per Update spendiert (Software-Version 1.4.0). Im Test hinterlässt diese jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Statt eines klar erweiterten Raumgefühls wirkt der Klang je nach Material eher verändert als verbessert.
Die Bühne rückt teilweise etwas nach vorne, gleichzeitig verliert die Wiedergabe an Natürlichkeit. Stimmen wirken leicht verfärbt, Details treten weniger klar hervor und insgesamt entsteht ein Eindruck, der an einen künstlichen Hall- oder Stereo-Effekt erinnert.
Je nach Musik oder Filmszene kann das kurzfristig interessant wirken, im Alltag überzeugt die Funktion jedoch nicht. Der PX7 S3 klingt ohne aktivierte „True Immersion“ deutlich ausgewogener, klarer und insgesamt stimmiger. Die Funktion lässt sich in der „Music | Bowers & Wilkins“-App ein- und ausschalten.
Ausstattung
Technisch ist der PX7 S3 gut ausgestattet:
- Bluetooth 5.3
- SBC, AAC, aptX Adaptive, aptX Lossless
- USB-C-Audio (bis 24 Bit / 96 kHz)
- Multipoint-Verbindung
Der Lieferumfang enthält alles, was man im Alltag braucht: ein robustes Transport-Case, ein USB-C-Ladekabel und einen Adapter von USB-C auf 3,5-mm-Klinke. Letzterer ermöglicht die Nutzung an klassischen Kopfhörerausgängen.
Das USB-C-Kabel übernimmt eine Doppelrolle: Es lädt den Bluetooth-Kopfhörer und erlaubt die kabelgebundene Wiedergabe, wie am Laptop oder PC. Das ist praktisch, wenn der Akku leer ist oder man eine stabile Verbindung bevorzugt.
Bowers & Wilkins gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 30 Stunden an. In der Praxis bleibt der Kopfhörer nah an diesem Wert. Das reicht im Alltag aus, etwa für mehrere Arbeitstage oder längere Reisen. Besonders positiv: Die Schnellladefunktion liefert nach kurzer Ladezeit mehrere Stunden Wiedergabe.
Zur Steuerung dient die „Music | Bowers & Wilkins“-App für iOS und Android. Sie bietet Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, darunter die Klanganpassung per Equalizer. Die App bleibt übersichtlich und funktional, ohne mit unnötigen Extras zu überladen.
Fazit
Der Bowers & Wilkins PX7 S3 ist kein radikales, aber ein durchdachtes Upgrade. Das Unternehmen verbessert gezielt, was zählt: Klang, Komfort und Alltagstauglichkeit. Vor allem klanglich gehört der PX7 S3 derzeit zu den besten Over-Ear-Kopfhörern seiner Preisklasse. Er vereint Detail, Dynamik und Kontrolle. Wer Wert auf Klang legt und einen vielseitigen, hochwertigen Kopfhörer sucht, erhält hier eines der überzeugendsten Gesamtpakete auf dem Markt.
Vorteile
- sehr detailreicher, ausgewogener Klang
- hochwertige Verarbeitung und Design
- USB-C-Audio & aptX Lossless
- intuitive Bedienung mit physischen Tasten
Nachteile
- Akkulaufzeit geht noch besser
Preis
- Bowers & Wilkins PX7 S3 Preis (UVP): 429 Euro
- Farben: Vintage Maroon, Frost Blue, Indigo Blue, Anthracite Black, Canvas White
- Weitere Informationen: Hersteller