Audio-Technica AT-LP5X Test
Der Audio-Technica AT-LP5X wirkt auf den ersten Blick nüchtern, aber durchdacht. Das matte Finish zieht keine Fingerabdrücke an. Die Tasten sitzen sauber in der Front. Der Plattenteller aus Aluminium läuft nach dem Einschalten sofort stabil an – kein Ruckeln, kein Nachjustieren. Die manuelle Steuerung funktioniert intuitiv: Knopf drücken, Tonarm führen, Musik hören.
In wenigen Minuten ist der Spieler betriebsbereit. Plattenteller auflegen, Headshell einschrauben, Auflagekraft auf 2 Gramm einstellen – fertig. Selbst Anfänger benötigen kaum Anleitung. Die Entkopplung der Füße sorgt dafür, dass Trittschall keine Chance hat. Das Gehäuse könnte etwas massiver wirken, aber im Alltag spielt das keine Rolle.
Hörtest
Mary J. Blige – No More Drama
Der AT-LP5X startet mit ruhiger Autorität. Die Stimme steht fest im Raum, warm und präsent. Streicher, Beats und Backgroundgesang ordnet er klar und strukturiert an. Auch im Refrain, wenn die Produktion dichter wird, behält der Plattenspieler die Kontrolle. Vinyl: Mary J. Blige – No More Drama
Annie Lennox – Why
Hier zeigt sich die Stärke des VM95E-Tonabnehmers. Die Stimme klingt realistisch, fast greifbar. Klavier und Streicher harmonieren im Stereopanorama. Kein Zischen, kein Härten – selbst bei lauten Passagen bleibt der Hochton weich, aber detailliert. Vinyl: Annie Lennox – Why
Beethoven – 5. Sinfonie, 1. Satz
Dynamik liegt ihm. Der AT-LP5X bildet die orchestrale Wucht mit Nachdruck ab. Pauken haben Tiefe, die Geigen flirren leicht darüber. Feinheiten im Hintergrund, wie das leise Pizzicato der Bratschen, bleiben hörbar – auch wenn es im Fortissimo zur Sache geht. Vinyl: Beethoven – 5. Sinfonie
Sturgill Simpson – Ronin
Der Einstiegstrack von Sound & Fury bringt Tempo und Verzerrung. Der Plattenspieler geht mit. Gitarren krachen, die Rhythmussektion treibt. Trotz der aggressiven Produktion bleibt das Klangbild transparent. Er bringt die Energie dieser Aufnahme voll zur Geltung. Vinyl: Sturgill Simpson – Sound & Fury
Austattung
Der AT-LP5X richtet sich nicht nur an Puristen. Dank USB-Ausgang lassen sich Schallplatten digitalisieren – einfach und ohne Softwarekonflikte. Der eingebaute Phono-Vorverstärker erlaubt den direkten Anschluss an Aktivlautsprecher oder Verstärker ohne Phono-Eingang. Ein Schalter auf der Rückseite ermöglicht sogar die Verwendung von Moving-Coil-Systemen.
Der verbaute Tonabnehmer lässt sich in Sekunden aufrüsten. Die VM95-Serie bietet passende Nadeln für unterschiedliche Klangpräferenzen – von elliptisch bis Shibata. Wer mehr investieren möchte, kann klanglich noch einiges herausholen.
Fazit
Der Audio-Technica AT-LP5X klingt direkt, lebendig und strukturiert. Er eignet sich für Einsteiger genauso wie für erfahrene Hörer mit Upgrade-Plänen. Die Ausstattung passt, der Klang überzeugt, und der Einstieg gelingt ohne Frust. Wer analoge Musik genießen will, bekommt hier ein Werkzeug, das nicht im Weg steht – sondern Musik einfach möglich macht.
Vorteile
- kontrollierter, dynamischer Klang
- einfache Einrichtung und Bedienung
- USB-Ausgang und integrierter Preamp
- stabile Laufkultur durch Direktantrieb
- Tonabnehmer ohne Werkzeug austauschbar
Nachteile
- kein automatischer Tonarmlift
- Kunststoffchassis klingt bei Klopfen leicht hohl
- 78er nur mit Spezialnadel spielbar
Preis:
- Audio-Technica AT-LP5X UVP: 370 Euro
- Audio-Technica AT-LP5X Preis: 349,99 EUR
Audio-Technica AT-LP5X Bewertung
- Rein manueller Betrieb mit drei Geschwindigkeiten: 331/3, 45 und 78 UpM
- J-förmiger Tonarm, entwickelt nach den Originaldesigns von Audio-Technica aus den 1960ern und ‘70ern, ausgelegt zum Minimieren von Spurlagenfehlern