Accuphase E-6000
Kein Vollverstärker der Japaner leistet mehr: Der Accuphase E-6000 schafft 260 Watt an 8 Ohm und 350 Watt an 4 Ohm. Der japanische Hersteller setzt den Class-AB-Verstärker als Spitzenmodell über den E-5000 mit 240 Watt. Für Digitalquellen und Schallplatten hat er zwei Steckplätze, die weitere Platinen aufnehmen.

Accuphase E-6000 arbeitet auch als Vor- und Endstufe
Hinten nimmt der Accuphase fünf Quellen über Cinch und zwei über XLR auf, dazu kommt ein Recorder-Anschluss. Vor- und Endstufe haben eigene Anschlüsse: Über PRE OUT und MAIN IN, jeweils in Cinch und XLR, arbeitet der E-6000 auch als reine Vorstufe oder als reine Endstufe.

So lässt sich eine zweite Endstufe für Bi-Amping einbinden: Sie übernimmt den Bass, der E-6000 den Hochtonbereich. Die Lautsprecher brauchen dafür getrennte Anschlüsse für beide Bereiche. An zwei Klemmenpaaren hängt bei Bedarf ein zweites Lautsprecherpaar, ein Schalter wählt zwischen A und B.
Vorn gibts eine Buchse mit eigenem Kopfhörerverstärker für Modelle ab 8 Ohm. Hinter einer Klappe unter dem Display liegen Klangregler für Bass und Höhen, eine Loudness für leises Hören und ein Mono-Schalter. Die Phase lässt sich für jeden Eingang einzeln umkehren, eine Taste senkt die Lautstärke auf einen Schlag um 20 dB.

DAC und Phonovorstufe optional per Steckkarte
Ohne Zusatzplatine verarbeitet der Accuphase E-6000 nur analoge Signale. Die DAC-60 macht ihn zum D/A-Wandler mit USB-, Koaxial- und optischen Eingang. Über USB nimmt sie PCM bis 384 kHz und DSD bis 11,2 MHz an, die Abtastrate erscheint dann im Display.
Für Plattenspieler gibts die AD-60, eine Phonovorstufe für MM- und MC-Tonabnehmer. Die Eingangsimpedanz für MC wählst du an der Front zwischen 30, 100, 200 und 300 Ohm. Ein zuschaltbares Trittschallfilter hält tieffrequentes Rumpeln vom Lautsprecher fern. Wer weitere Analogquellen anschließen will, steckt die LINE-10 mit einem zusätzlichen Cinch-Paar ein. Ältere Accuphase-Platinen wie DAC-50 oder AD-50 passen ebenfalls.
AAVA-Widerstand statt Potenziometer
Die Endstufe arbeitet mit sechs parallel geschalteten Transistorpaaren pro Kanal, beim E-5000 waren es fünf. Den Schaltungsaufbau übernimmt Accuphase von der P-7500, seiner stärksten Class-AB-Stereoendstufe. Wie diese erreicht der Vollverstärker einen Dämpfungsfaktor von 1.000. Der Wert beschreibt, wie gut ein Verstärker die Membranen nach jedem Impuls abbremst.
Die Lautstärke regelt kein Potenziometer, Kratzen durch verschlissene Kontakte gibts deshalb nicht. Beim hauseigenen AAVA-Verfahren zerlegen Verstärkerstufen das Signal in Teilströme und setzen sie je nach Reglerstellung wieder zusammen – ohne veränderlichen Widerstand im Signalweg. Der Drehknopf meldet seine Position über einen aus Aluminium gefrästen Sensor. Vom Eingang bis zur Endstufe ist der Signalweg symmetrisch, den Rauschabstand gibt der Hersteller mit 112 dB an.
Das Netzteil hat Accuphase gegenüber dem E-5000 verstärkt: Der Ringkerntrafo ist im Durchmesser 25 mm größer, die beiden Siebkondensatoren fassen je 47.000 µF statt 40.000 µF. Der E-6000 wiegt 38,6 kg, knapp 5 kg mehr als sein kleiner Bruder.
Technische Daten und Preis
- Leistung 260 W an 8 Ohm, 350 W an 4 Ohm
- Analoge Eingänge 5 x Cinch, 2 x XLR, Main In
- Phono-Eingang MM/MC mit Platine AD-60
- Digitale Eingänge USB, koaxial, optisch mit Platine DAC-60
- Kopfhörerausgang ja
- Maße und Gewicht 46,5 x 22,1 x 50,2 cm; 38,6 kg
- Vorgestellt September 2026
- Preis (UVP) ca. 20.500 Euro
- Verfügbarkeit ab Dezember 2026