Poet Audio fonetta°

Platte auflegen oder Musik vom Handy schicken – die Poet Audio fonetta° kann beides. Das Soundsystem aus Graz kombiniert einen 3-Wege-Aktivlautsprecher mit einem Bluetooth-Empfänger und einem aufgesetzten Plattenspieler. Das Laufwerk hat Pro-Ject nach den Vorgaben von Poet entwickelt.

Poet Audio fonetta° von vorn mit Plattenspieler auf dem Lautsprechergehäuse aus Edelstahl
Der Plattenspieler sitzt vibrationsentkoppelt auf dem Lautsprechergehäuse.

Bluetooth, Cinch und Toslink für den Fernseher

Musik von Smartphone, Tablet oder Computer empfängt die fonetta° per Bluetooth mit aptX und AAC. Viele Android-Geräte unterstützen aptX, das iPhone nutzt AAC – beide Codecs klingen besser als einfaches Bluetooth, komprimieren aber verlustbehaftet. Eine App braucht es laut Hersteller nicht.

Per Kabel nimmt sie analoge Quellen über Cinch und digitale über einen optischen Toslink-Eingang an, etwa den Ton vom Fernseher. Dazu kommen ein 6,35-mm-Kopfhörerausgang und eine USB-Buchse, die Zubehör mit 5 Volt versorgt.

Anders als eine Stereoanlage spielt die fonetta° in Mono. Die drei Chassis verteilen den Schall laut Poet über 180 Grad, der Klang soll dadurch weitgehend unabhängig vom Hörplatz sein. Ein Stereodreieck braucht es also nicht – ein Platz auf dem Sideboard reicht.

Poet Audio fonetta°: Platte auflegen und loshören

Beim Plattenspieler setzt Poet auf Plug & Play: Laut Hersteller musst du weder das Laufwerk justieren noch den Tonarm einstellen. Den Phono-Vorverstärker, der das leise Signal des Tonabnehmers anhebt und entzerrt, hat die Poet Audio fonetta° eingebaut.

Das Laufwerk von Pro-Ject arbeitet mit Riemenantrieb und einem leichten 8,6-Zoll-Tonarm aus Aluminium. Ab Werk ist ein Ortofon OM 10 montiert, ein MM-Tonabnehmer mit elliptisch geschliffener Nadel, die feiner in der Rille liegt als eine runde. Einen Acryl-Plattenteller gibt es optional.

Damit der Bass nicht über das Gehäuse in die Nadel gelangt, sitzt der Plattenspieler vibrationsentkoppelt auf dem Lautsprecher – Poet spricht davon, dass er „schwebt“. Bei einem Gerät, das Laufwerk und Tieftöner übereinander stapelt, ist das kein Detail.

Kevlar-Tieftöner und Valchromat statt Plastik

Im Lautsprecherteil arbeiten ein 6-Zoll-Tieftöner mit Kevlarmembran, ein 3-Zoll-Mitteltöner und ein Hochtöner mit Neodym-Magnet. Kevlar macht die Membran steif und leicht. Die drei Chassis treibt eine Class-D-Endstufe mit 130 Watt an, die digitale Signalverarbeitung (DSP) stammt von Poet selbst.

Statt Kunststoff verwendet Poet Stahl und Holzwerkstoff. Die Außenhülle besteht wahlweise aus gebürstetem Edelstahl oder aus pulverbeschichtetem Stahl in verschiedenen RAL-Farben, das Laufwerk ist immer anthrazit. Innen steckt ein Klangkörper aus Valchromat, einer durchgefärbten und besonders verwindungssteifen Holzfaserplatte.

Soundsystem mit Plattenspieler auf einem Holzpodest vor einem Ensemble mit Flügel, Kontrabass und Cello
Die fonetta° in dunklem, pulverbeschichtetem Stahl auf einem Holzpodest.

Die fonetta° ist 45 Zentimeter breit und wiegt 13,2 Kilogramm. Für die Aufstellung nennt der Hersteller Holzpodeste aus steirischer Tischlerarbeit. Gestaltet hat die fonetta° Thomas Feichtner, von dem auch pandoretta° und poet one° stammen. Poet fertigt das System in Österreich und der EU und gibt drei Jahre Garantie.

Technische Daten und Preis

  • Antrieb Riemen
  • Tonabnehmer Ortofon OM 10
  • Phono-Vorstufe eingebaut
  • Lautsprecher 3-Wege, aktiv, mono, 130 Watt
  • Anschlüsse Bluetooth mit aptX, Cinch, optisch, Kopfhörer
  • Maße und Gewicht 45 x 30,1 x 21,6 cm, 13,2 kg
  • Vorgestellt 2015
  • Preis (UVP) 3.990 Euro
  • Verfügbarkeit seit 2016
  • Varianten Edelstahl gebürstet, Stahl pulverbeschichtet in RAL-Farben