Fairphone Fairbuds 2
Sieben Teile zum Selbsttauschen, darunter die Akkus in Ohrhörern und Ladecase: Die Fairphone Fairbuds 2 sind kabellose In-Ear-Kopfhörer des Amsterdamer Herstellers, gebaut für ein langes Leben. Dazu kommen hybrides Noise-Cancelling, der Hi-Res-Codec LDAC und Bluetooth 6.0.

Spitzenwert beim Noise-Cancelling
Erstmals haben die Ohrhörer des Herstellers LDAC an Bord. Der Bluetooth-Codec von Sony überträgt bis zu 990 kbps und damit rund dreimal so viele Daten wie der Standard-Codec SBC. Die Höchstrate erreicht er allerdings nur bei stabiler Verbindung, sonst schaltet er automatisch auf eine niedrigere Stufe. Die volle LDAC-Leistung erreichen außerdem nur Android-Geräte. Mit iPhones funktionieren die Bluetooth-Kopfhörer trotzdem, die Fairbuds-App gibt es für beide Plattformen.
Im Inneren arbeiten 11-mm-Treiber mit Membranen aus Biozellulose, also aus leichten organischen Fasern statt Metall oder Kunststoff. Abgestimmt hat sie das Rotterdamer Akustikstudio Form Follows Frequency, Ziel laut Hersteller: tiefe Bässe, warme Mitten und klare Höhen. In der App passt du den Klang mit einem 5-Band-Equalizer an oder wählst eine von vier Voreinstellungen.
Beim hybriden Noise-Cancelling erfassen Mikrofone außen und innen am Ohrhörer den Lärm. So dämpfen die In-Ears Umgebungsgeräusche laut Hersteller um bis zu 45 dB. Das ist ein Spitzenwert: Am stärksten wirkt ANC bei gleichmäßigem, tiefem Lärm wie Motorbrummen, bei Stimmen deutlich schwächer.Je drei Mikrofone pro Seite filtern Wind- und Hintergrundgeräusche und sollen Telefonate verständlicher machen. Per Multipoint bleiben die Ohrhörer mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden, bis zu sechs merken sie sich. Google Fast Pair beschleunigt die Kopplung mit Android-Smartphones.
40 Stunden Laufzeit
Mit einer Akkuladung laufen die Kopfhörer laut den Niederländern bis zu 8 Stunden, mit dem Ladecase insgesamt 40 Stunden – jeweils ohne Noise-Cancelling. Zehn Minuten am Ladekabel reichen für rund 2 bis 2,5 Stunden Musik.
Gegenüber den ersten Fairbuds sind die In-Ears laut Hersteller um 37 Prozent geschrumpft, das Case um 32 Prozent. Stärkere Magnete halten die Stöpsel sicher in der Ladeschale. Nach IP54 sind sie gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Nimmst du beide Ohrhörer heraus, pausiert die Musik automatisch.
Verlegte Kopfhörer lassen sich über die App per Signalton orten, außerdem sind die Fairbuds 2 in Googles Ortungsnetz Find Hub eingebunden. Für App und Firmware sind weitere Updates geplant.
Akkutausch für 10 Euro
Sieben Komponenten der Fairphone Fairbuds 2 lassen sich selbst austauschen, ganz ohne Kleber und Spezialwerkzeug. Ein Satz Akkus für die In-Ears kostet 9,95 Euro, der Akku fürs Ladecase 12,95 Euro. Geht das Case verloren, gibts für 29,95 Euro Ersatz; einzelne Ohrhörer verkauft der Hersteller ebenfalls. Die Reparaturanleitungen stehen auf der Website und bei YouTube.
„Ein abgenutzter Akku sollte nie der Grund sein, etwas wegzuwerfen, das man liebt“, sagt Fairphone-Chef Raymond van Eck. Laut Hersteller sind die Fairbuds 2 die ersten In-Ears mit dem Longtime-Label, einer unabhängigen europäischen Zertifizierung für Langlebigkeit und Reparierbarkeit. Die Garantie läuft drei Jahre.

Rund 49 Prozent der Materialien stammen nach Angaben von Fairphone aus fairen oder recycelten Quellen. Die Magnete der Treiber enthalten zu 100 Prozent recycelte Seltene Erden, die Lötpaste recyceltes Zinn. Die Kunststoffe und das Silikon mit Hautkontakt sind frei von PFAS, langlebigen Industriechemikalien. Für jedes verkaufte Paar sammelt und recycelt der Hersteller die gleiche Menge Elektroschrott, die Montage läuft mit erneuerbarer Energie.
Technische Daten und Preis
- Bauform In-Ear, True Wireless
- Noise-Cancelling ja
- Akkulaufzeit 8 Std. + 32 Std. mit Case
- Verbindung Bluetooth 6.0, LDAC, Multipoint
- Wasserschutz IP54
- Gewicht 5,8 g pro In-Ear-Kopfhörer
- Vorgestellt Oktober 2026
- Preis (UVP) 119 Euro
- Verfügbarkeit seit Oktober 2026
- Varianten Forest Grün, Horizon Schwarz